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  Australien

Allgemein Australien - größte Insel und kleinster Kontinent der Welt - liegt auf der südlichen Erdhalbkugel. Die Landessprache Australiens ist Englisch. Australien ist in Bundesstaaten und Territorien aufgeteilt. Fläche: 7.686.420 Km2 (einschließlich Tasmanien und den vorgelagerten Inseln).

Einwohner: ca. 19 Millionen. Städte/ Einwohner: Canberra (Hauptstadt) 302.500, Sydney 3,8 Mill, Melbourne 3,0 Mill, Brisbane 1,5 Mill, Perth 1,2 Mill, Adelaide 1,03 Mill, Hobart 195.000. Die Besiedelung von Australiens begann vor etwa 50-60.

000 Jahren. Die ersten Einwohner bezeichnen wir heute als Aborigines, die asiatischen Ursprungs sind. 1770 nimmt der brit. Entdecker James Cook an der Ostküste (Botany Bay) Australien für die brit. Krone in Besitz. Im Jahre 2000 eröffnet Australien in Sydney die 27 Olympischen Spiele der Neuzeit.

Und zeigt mit einer atemberaubenden Eröffnungsfeier und kolosalen Olympiastätten, dem Rest der Welt das man hier doch nicht "Down Under" ist. Geschichte Australien´s Die Aborigines Die Besiedelung von Australiens begann vor etwa 40.000 Jahren. Die ersten Einwohner bezeichnen wir heute als Aborigines, die asiatischen Ursprungs sind und in drei großen Einwanderungswellen über Neuguinea nach Australien wanderten. Beide Länder waren damals noch durch zahlreiche kleine Inseln mit Südostasien verbunden. Erst durch Schmelzen des Eises auf der nördlichen Erdhalbkugel und den damit verbundenen erhöhten Wasserspiegel ging die Landverbindung unter und schloß hinter den Aborigines ein Tor, und Australien wurde zur Insel.

Die ersten Australier, wie die Aborigines häufig genannt werden, waren nicht als geschlossene Gruppe gekommen. Man schätzt, daß sie nach ihrer Ankunft in rund 600 Stämme mit 200 verschiedenen Sprachen und Dialekten kamen. Sie lebten von der Jagd, Fischfang und vom Sammeln von Beeren, Kräutern und jagen der Kleintiere. Feste Hütten wurden nur selten gebaut im Süden als Schutz gegen die Kälte, im Norden gegen die heftigen Monsunregenfälle. Die Aborigines besaßen sehr wenige materielle Güter. Das entsprach der nomadischen Lebensweise, bei der Gepäck eher hinderlich war, vor allem aber stand eine Weltanschauung dahinter .

Die Erde war gut, so wie sie war, nichts war ihr hinzuzufügen. Mythische Vorfahren hatten in der Traumzeit, der Dreamtime, die Welt mit allen Tieren und Pflanzen erschaffen sowie Regeln aufgestellt, nach denen die Aborigines lebten. Untereinander hatten die Stämme Kontakt, man war in den Grenzgebieten mehrsprachig, man Heiratete auch untereinander, und Streitigkeiten wurden bei Versammlungen (coroborees) geregelt. Kriegerische Auseinandersetzungen wie in unserem Sinne gab es nicht bei den Aborigines. Bestrafungen wurden mit dem Speer vollzogen, in den man den Speer in den Oberschenkel des zu Bestrafenden stach. Auch heute noch sieht man viele Aborigines mit Oberschenkelwunden, da diese bei Streitigkeiten sich mit dem Messer in die Oberschenkel stechen.

Es gab Geburtenkontrolle, um eine Überbevölkerung zu Vermeiden und der Kontinent war in Traumpfade aufgeteilt, auf denen es ein Wegerecht für bestimmte Stämme gab. Entlang dieser Routen befanden sich die heiligen Stätten (sacred sites ), von denen heute noch einige zu besichtigen sind. Die wohl berühmteste ist der Ayers Rock in der Mitte des Kontinents. Zu Kontakt mit dem Rest der Welt außerhalb Australiens kam es selten. Ausser aus dem Norden des Kontinents gab es Besuche von den Einwohnern Neuguineas und vereinzelt von malaysischen Fischerbooten. Doch erst die Entdeckung durch die Europäer bedeutete den unwiderruflichen Wandel in der Lebensweise und Kultur der Aborigines.

-------------------------------------------------------------------------------- Die Europäer Schon seit langem gab es Spekulationen über eine terra australis incognita , eine Landmasse die im Süden der Erdkugel liegen sollte. Diese entdeckten die Europäer erst sehr spät. Fernão de Magalhães (Magellan) segelte Anfang des 16. Jahrhunderts sehr nahe an Australien vorbei, als er Timor entdeckte. Das gleiche Schicksal wiederfuhr Luis Vaez de Torres, der zwischen Australien und Neuguinea hindurchsegelt war. So war es dem Holländer William Janus im Jahre 1606 , als erster Europäer vergönnt im Norden Australiens (Cape York) an Land zu setzen.

Dann 1642 näherte sich Abel Tasman vom Süden her und entdeckte dabei das heute nach ihm benannte Tasmanien. Ebenfalls vermutete er, daß Tasmanien und Australien eine Landmasse sei. Der neue Kontinent, das sogenannte Neuholland, hatte ein sehr unerträgliches Unmenschliches Klima und war wirtschaftlichabsolut bedeutungslos für die Entdecker. Sie verloren jedes weitere Interesse und an der Neuentdeckung des Kontiments und konzentrierten sich auf das viel ergiebigere Indonesien. Erst ein halbes Jahrhundert später kam William Dampier, ein englischer Pirat, der die Einschätzung der Erstentdecker bestätigte, daß Australien wirtschaftlich uninteressant sei und ein unerträglische Klima bot. Erst Captain Cook hatte eine andere Ansicht der Dinge.




Von Feuerland über Tahiti , Neuseeland kommend, setzte er 1770 als erster Europäer an der Ostküste in einer paradiesisch anmutenden Bucht an. Sie bildete einen idealen Anlegeplatz, und er nannte diese Bucht wegen ihrer vielen vorkommenden Pflanzen "botanische Bucht" (Botany Bay). Lebenszeichen waren erst nach drei Tagen zu sehen. Captain Cook schrieb in seinem Tagebuch: "Wir lagen nah an der Küste, daß wir eines Abends einige Eingeborene in der Dämmerung erkennen konnten, die durch unsere Fernrohre unglaublich dunkelhäutig ausschauten." Von Botany Bay aus segelte die Endeavour von Captain Cook Richtung Norden und lief dabei (im Gebiet der heutigen Whitsunday Islands) auf ein Korallenriff auf. Während der Zeit der Reparatur wurden die Küste des Kontinents und seine Bewohner erforscht.

Cooktown in Queensland erinnert noch heute an die Entdeckungstouren. Captain Cook beendete seine Missionen, wie er es schon zuvor andrnorts getan hatte: Er nahm den Osten des Kontinents offiziell zur Kolonie der britischen Krone in Besitz, die New South Wales heißen sollte. Ein Schritt, der sich für England als Rettung in der Not erwies. Denn als fünf Jahre später die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Unabhängigkeit proklamierten, wußte man nicht mehr, wohin mit den Ruhestörern, kleinen Dieben und Mörder, die man vorher dorthin verbannt hatte. Mit New South Wales war nun ein neuer Verbannungsort gefunden worden. Damit verlor Botany Bay schnell seinen zauberhaften Klang und wurde zumSchreckensort für ganz England.

Nach ca. acht Monaten Überfahrt gingen 1788 die ersten 11 Schiffe, die berühmte First Fleet unter Captain Arthur Phillip, im Mündungsgebiet des Paramatta-Flußes vor Anker. Captain Phillip nannte die Bucht Sydney Cove, nach dem damaligen englischen Innenminister Lord Sydney, und gründete in Paramatta, heute ein Stadtteil von Sydney, die erste Siedlung der neuen Kolonie. Der 26. Januar 1788 gilt als Gründungstag der Kolonie. Die First Fleet hatte 191 Frauen und 568 Männer als Gefangene (convicts) an Bord, die sich ganz unterschiedlicher Vergehen schuldig gemacht hatten.

Ihnen allen bot dieses Land jedoch die gleiche, gemeinsame Chance, sich nach der Begnadigung als freie Siedler niederzulassen. Zum Schutz wurden die Gefangenen von Soldaten begleitet, rauhen, in der Armee unbeliebten Zeitgenossen, derer man sich auf diese Weise in der Heimat elegant entledigt hatte. Die ersten Jahre der Kolonie waren sehr schwer. Gewalttaten und Korruption waren an der Tagesordnung. Die Soldaten und Offiziere hatten das Sagen und nutzten ihre Positionen hauptsächlich zur eigenen Bereicherung. Die Häftlinge mußten schwer arbeiten und waren von Hunger und Krankheiten gezeichnet.

Zudem gab es zahllose blutige Auseinandersetzungen mit den Ureinwohnern, den Aborigines. Obwohl neben den Sträflingen auch die ersten freien Siedler kamen, beherrschten die Offiziere die Kolonie total, hatten sie doch den wichtigen Rumhandel an sich gerissen. Als sogenanntes "rum corps" ging die Truppe in die Geschichte ein. Dennoch wuchs die neue Kolonie. Der wohl bekannteste Offizier seiner Zeit, William Bligh, der schon auf der Bounty eine Meuterei überstanden hatte, versuchte in New South Wales Ordnung zu schaffen, wurde jedoch von rebellierenden Soldaten abgesetzt. Erst seinem Nachfolger Gouverneur Lachlan Macquarie gelang es 1809, die korruption der Offizieren niederzukämpfen, indem er mit seinem eigenen, ihm ergebenen Corps aus England ankam.

Unter Lachlan Macquarie kam New South Wales zur ersten Blüte. Neue Siedlungen wurden gegründet. Drei Forscher, William Wentworth und zwei Begleiter, wagten sich als erste hinter die Blue Mountains und damit weiter ins Landesinnere vor, wo sie fruchtbares Weideland entdeckten. Und der intrigante Captain John Macarthur errichtete einen Grundpfeiler für Australiens späteren Wohlstand, indem er nämlich das Merinoschaf einführte. 1810 hatte New South Wales etwa 10.000 Einwohner, und seit es mit der Kolonie wirtschaftlich aufwärts ging, war Land teuer geworden.

Viehfarmer, die sogenannten "Squatters", zogen ohne Eigentumsrecht auf noch nicht erschloßenes Land. Sie lebten unter sehr harten Bedingungen im Busch, mußten gegen Schlangen,Spinnen, Krankheit, Buschfeuer, Hitze und Dürre im Sommer und Kälte im Winter kämpfen. 1836 wurde die Benutzung der Weidegebiete gesetzlich geregelt, und die squatters wurden bald zu einem angesehenen Stand innerhalb der australischen Gesellschaft gehoben. Unter der Führung des John Macquarie wurde Sydney schnell zu einer blühenden und handesreichen Stadt. Die neue Kolonie wurde ein wichtiger Exporteur von feiner Merinowolle. Die Siedlungen Newcastle, Bathurst und Port Macquarie hatten sich bald zu kleinen blühenden Städten gemausert.

Der Forscher William Charles Wentworth war ein Sohn von Freigelassenen, den sogenannten "Emanzipisten", und wollte sich von dem gesellschaftlichen Makel seiner Herkunft befreien. Seine Erfolge im Kampf für ein verfassungsmäßiges Mitspracherecht aller (damals hieß das aller männlichen und weißen) Bürger Australiens waren beachtlich, auch weil seine Forderungen ein offenes Ohr bei Gouverneur Macquarie fand. Dieser, ein Soldat der alten Garde und studierter Jurist, war erfahren genug zu erkennen, daß Menschen, die ihre Strafe abgebüßt hatten, nicht ein Leben lang abgestempelt sein sollten. So bot die Regierung den "Emanzipisten" billige Kredite, um eigenes Land zu kaufen. Als freie Farmer trugen so die "Emanzipisten"zum wachsenden Wohlstand der Kolonie bei. Zum Ende der Amtszeit, 1822, konnte Macquarie zufrieden feststellen: "Ich fand New South Wales als Gefängnis vor, ich verlasse es als eine Kolonie.

" Wentworth ist es ebenfalls zu verdanken, daß die Kolonie größere Unabhängigkeit von England erhielt und dem Gouvemeur ein Legislativrat zur Seite gestellt wurde, der der manchmal brutalen Alleinherrschaft der Gouvemeure ein Ende setzte. -------------------------------------------------------------------------------- Weiterer Kolonien folgen New South Wales war die erste Kolonie gewesen. Aber schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts folgten weitere Kolonien. Dabei spielte nicht immer die Einsicht der freien Siedler eine Rolle, häufig waren vielmehr die Einflüsse von außen massgebend.So gründeten die Engländer an der Stelle des heutigen Hobart auf der Insel Tasmanien erstmal einen Militärstützpunkt, als im Jahre 1803 bereits französische Schiffe vor den Küsten segelten.

Tasmanien, das vom holländischen Entdecker Abel Tasman im Jahre 1642 Van Diemens Land genannt hatte, bot die besten Voraussetzungen für erfolgreichen Ackerbau und Viehzucht, schon bald wurden Sträflinge und freie Siedler aus New South Wales auf die Insel übersiedelt. Mit den Sträflingen ging man allerdings sehr brutal um, so daß sehr viele nach kurzer Zeit verstarben. Die noch Heute erhaltenen Ruinen von Port Arthur erinnern an diese schreckliche Sträflingszeit. Aber noch härter, behandelten die Militärs die Aborigines die Ureinwohner des Kontinents. Die Ureinwohner sollten sytematisch ausgerottet werden - ein Ziel, das man leider nach einigen wenigen Jahren bereits erreicht hatte. 1825 wurde Van Diemens Land von New South Wales getrennt und Hobart zur Hauptstadt erklärt.

Colonel G. Arthur wurde der erster Gouverneur. Erst 1856 erhielt die Kolonie ihren heutigen Namen Tasmanien, als "Dank" an den Entdecker Abel Tasman. Nach Tasmanien war Queensland die nächste Kolonie die auf dem Gründungsplan stand. Wo sich heute Brisbane erstreckt, gab es 1824 ein Strafgefangenen-Lager. Der Gründungsanfang war, vor allem für die wenigen freien Farmer unter den Siedlern, durch eine Dürreperiode sehr erschwert.

Das Geschäft mit dem verkauf der Wolle lief nicht wie man es erwartet, aber man schlug sich einigermassen durch, Queensland blieb lange Zeit ein Teil von New South Wales und erhielt erst 1859 seine"Unabhängigkeit " und, zu Ehren Queen Victorias, den heutigen Namen "Queensland". Ebenfalls bei der Gründung von West-Australien spielte die Angst vor den Franzosen eine entscheidende Rolle. So nahm Captain Fremantle im Jahre 1829 die gesamte Westküste für die britische Krone in Besitz. Ca. 400 freiwillige Siedler, die aus England kamen und dort alles verkauft hatten, folgten nach West-Australien. Bei ihrer Ankunft allerdings stellten sie fest, daß sich die großen Versprechungen nicht erfüllten die man gemacht hatte.

Das Land war sehr trocken und unfruchtbar. Außerdem fehlte es an wichtigen Landarbeitern, und so mußte man schon bald Getreide aus Van Diemens Land heranschaffen. Als sich nach weiteren mageren Jahren nichts an der Situation änderte, sah man sich schließlich gezwungen, London um die Entsendung von Gefangenen zu bitten, die das Land bestellen sollten. Auch Süd-Australien wurde zwar von freien Siedlem gegründet, doch die Gründungsidee blieb australischer Tradition treu: Sie entstand auch hier ein Gefängnis. Im fernen London saß Edward G. Wakefield wegen Verführung Minderjähriger im Gefängnis und grübelte über seine Zukunft nach, und damit über Australien.

Er hatte die Idee, daß das Land in den Kolonien an freie Siedler, am besten an junge Ehepaare, von England aus verkauft werden sollte. Von diesen Einnahmen wollte er Arbeitswilligen "Auswanderern" die Überfahrt bezahlen. Ein genialer Einfall, der, als dessen Erfinder aus dem Gefängnis kam, schnell viele Anhänger fand und etwas geändert 1834 als South Australia Act vom Parlament in London verabschiedet wurde. 1836 kamen die ersten Einwanderer dann in Süd-Australien an. Aufgrund eines umständlichen und sehr langsamen Vermessungs- und Verkaufssystems setzte innerhalb kürzester Zeit eine gewaltige Grundstücksspekulation ein. Sie brachte viele der neuen Siedler um ihre Ersparnisse und ließ wenige andere über Nacht zu reichen Grundbesitzern werden.

Diesem Mißstand konnte erst der Gouverneur Geoffrey Gawler beenden. Zum einen beschleunigte er das System der Landvergabe, um Siedlungen auch entfernter von Adelaide zu Gründen. Zum anderen ließ er ein weites neues Straßennetz anlegen. Diese Politik war zwar erfolgreich, aber da Gawler die neu angelegten Straßen gleich mit prächtigen Gebäuden schmückte, hinterließ dieser eine leere Staatskasse. Sein Nachfolger war dadurch zu einem harten Sparkurs gezwungen, der zu Arbeitslosigkeit und Depression führte. Erst mit der Entdeckung von Kupfervorkommen in Kapunda und Burra Burra wurde die wirtschaftliche Not beendete.

Da in Süd-Australien schon in der Gründungsidee absolute Religionsfreiheit festgeschrieben wurde, wanderten zahlreiche Angehörige religiöser Minderheiten aus England und Deutschland ein. Die Deutschen waren Altlutheraner, kamen samt Pastor in ganzen Dorfgemeinschaften in Süd-Australien an und lebten hier vom Gemüse und Weinanbau. Im Barossa Valley (nördlich von Adelaide) findest man Heute noch eine deutsche Gründerstadt Hahndorf, mit typischen deutsch Straßennamen. Weniger gut verlief die Gründung der Kolonie Victoria. Die ersten freien Siedler, die sich bereits im Jahre 1803 an der Port Phillip Bay niedergelassen hatten, brachen bereits nach sehr kurzer Zeit geschunden von den harten Lebensbedingungen und enttäuscht von den verantwortlichen Politikern - ihre Zelte ab. Sie suchten ihr Glück auf der nahen Insel Tasmanien, die bessere Vorrausetzungen bot.

Erst 1835 starteten die beiden Siedler John Pascoe Fawkner und John Batman einen zweiten, erfolgreicheren Versuch um in Victoria Fußzufassen. 1837 wurde die Stadt Melbourne und 1851 endgültig Victoria gegründet. Doch es war ein andere Grund, der noch im gleichen Jahr die neue Kolonie Australien weltweit in die Schlagzeilen rückten sollte. -------------------------------------------------------------------------------- Goldfunde Wie ein gewaltiger Orkan setzte 1851 der Goldrausch ein. Der Ort, von dem alles Ausging , war Ophir in New South Wales. Die Wirkung des Goldes auf Australien war so groß, daß eine völlig neue Ära anbrach.

Edward Hargraves, der gerade von den kalifornischen Goldfeldern zurückgekehrt war, löste den großen Goldrausch aus. Sein geschulter Blick erkannte sofort, wo Gold zu finden war, sobald Nachrichten von neuen Funden bekannt wurden, setzten sich Züge von Goldsuchern ( Diggers), in Bewegung. Gold wurde vor allem in Ballarat, Castlemaine und Bendigo in Victoria und später auch in Queensland und West-Australien geschürft. Täglich kamen neue Schiffe mit neuen Goldgierigen aus England, dem europäischen Kontinent, Amerika und China. Sie alle lebten erst in Zeltstädten um die Fundstellen und gründeten zahlreiche kleine neue Ortschaften. Abenteurer aus aller Welt kamen nun auf den 5 Kontinent, und in ihrem Gefolge reisten auch eine menge zwielichtiger Damen mit.

Ebenso die berühmte Lola Montez, die schon dem bayerischen König Ludwig 1. mit ihren Tänzen den Kopf verdrehte, trat vor den Diggern auf. Ihre Gage war stilecht. Goldklumpen (Nuggets) flogen auf die Bühne. Durch den Goldrausch stellte die englische Regierung die Gefangenentransporte ein, denn seit alle Welt von Australien und Reichtum träumte, war es keine Strafe mehr, dorthin verbannt zu werden. Die rauhbeinigen Goldsucher wiederum brachten ihrer neuen Heimat "Australien" viel Geld ein, weshalb sie in der Politik und im öffentlichen Leben auch ein Mitspracherecht wollten.

Die Kolonialregierung sah in ihnen jedoch nur eine Geldquelle. Ärger war Vorprogrammiert und blieben auch nicht aus. Als die Regierung die Steuern für die Goldfunde erhöhen wollte, kam es in Eureka zu einer Schlacht mit der örtlichen Polizei, wobei die Diggers hier unterlagen, doch später mußte die Staatsmacht letztendlich klein beigeben. Die Goldsucher erkämpfen ein Mitspracherecht, und so begann mit dem Goldrausch auch die Demokratisierung des kontinents Australien. Nur den Chinesen, die ebenfalls zahlreich dem Lockruf des Goldes gefolgt waren, schlugen noch lange Zeit Vorurteile und Rassismus entgegen. Die bis jetzt 6 entstandenen Kolonien blühten auf .

Der mit dem Goldrausch verbundene Wohlstand und die Bevölkerungszunahme verhalfen der Wirtschaft des Kontinents zu einem goldenen Zeitalter. Jetzt dachte man an den Zusammenschluß der einzelne Kolonien , da sie der wirtschaftlichen Ausbreitung Grenzen setzte. So hatten die 6 Staaten verschiedene Postwesen, erhoben gegenseitig hohe Zölle, und ebenfalls die Züge hatten unterschiedliche Schienenbreite. Vor allem die Unternehmer fühlten sich dadurch sehr eingeengt und verlangten den wirtschaftlichen Zusammenschluß der einzelnen Kolonien. Die Arbeiter schlossen sich in der Australian Labour Federation, aus der die heutige Labour, Party entstand, zusammen. Diese Föderationsideen kamen den Engländern sehr gelegen, denn sie bangten um die militärische Verteidigung Australiens und sahen diese nur in einem vereinten Australien gesichert.

Der Premier von New South Wales, Henry Parkes, sprach schließlich aus, was man schon lange dachte "Es soll ein vereintes Australien geben!" Nun arbeitete man an einer Verfassung , in dieser 1898 und 1899 in Volksabstimmungen der zusammenschluß der Kolonien entschieden wurde. Die verfassunggebende Versammlung arbeitete vorübergehend in Melbourne. Da aber Sydney und Melbourne sich heftig um den Rang als Hauptstadt stritten, wurde ein Kompromiß geschlossen. Der Parlamentssitz sollte zwischen beiden Städten liegen. Das war die Geburtsstunde der heutigen Hauptstadt Canberra. 1900 wurde die Verfassung dem britischen Unterhaus vorgelegt und von Queen Victoria unterzeichnet.



Am 1. Januar 1901 dann wurde Australien zum Commonwealth of Australia. -------------------------------------------------------------------------------- Australien Bundesstaat Australien war nun ein Staat geworden! Der erste Premierminister des neuen Staates hieß Edmund Barton. In der zwischen Zeit waren schon über 80 Prozent der Einwohner im Land selbst geboren, und somit hatte sich ein gemeinsames, echtes Australien-Lebensgefühl entwickelt. Weitere Einwanderer wurde zwar aufgenommen, so daß Australien vor dem Ersten Weltkrieg etwa fünf Millionen Einwohner zählte, aber man wollte trotzdem "unter sich" bleiben. Das Parlament erließ ein merkwürdiges Gesetz, das White Australia Policy, die vor allem Asiaten an der Einwanderung hinderte.

Auch unliebsame Europäer wurden so abgeschreckt: So etwa zum Beispiel Katholiken die nicht so beliebt waren wie Protestanten. Sehr unerwünschte Einwanderer mußten ein Diktat als Rechtschreibtest absolvieren. Der Trick dabei war, daß der Test in jeder beliebigen europäischen Sprache abgehalten werden konnte! So mußte zum Beispiel der deutsche Schriftsteller und Kriegsgegner Egon E. Kisch 1936 ein Diktat in gälischer Sprache schreiben - und fiel prompt durch! In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg begann der kometenhafte Aufstieg der Labour Party, die die starken Gewerkschaften hinter sich hatte und seitdem aus der australischen Politik nicht mehr wegzudenken waren. Wirtschaftlich blühte das Land auf , und als Ausdruck des neuen Selbstbewußtseins wurde eifrig an der Hauptstadt Canberra gebaut, die 300 km von Sydney entfernt entstand. -------------------------------------------------------------------------------- erster Weltkrieg Am 5.

August 1914 hörten die Australier mit Begeisterung die Kriegserklärung Großbritanniens an Deutschland. Damit war auch Australien in den Krieg hineingezogen. Die junge Nation wartete anscheinend ungeduldig darauf, sich die Hörner abzustoßen; Freiwillige strömten in die großen Städte und meldeten sich in den Kasernen. Australiens Beteiligung am Krieg begann mit der Besetzung der damals deutschen Kolonie Neuguinea. Danach begann man das Empire in Europa zu verteidigen. Mittlerweile stand die Türkei auf Seiten Deutschlands und bedrohte die britische Vormacht am Suez-Kanal.

Hier griffen Australier und Neuseeländer gemeinsam ein. Die ANZAC-Truppen (Australia and New Zealand Army Corps) landeten in der Nähe von Kairo. Die Truppen wurden jedoch aufgrund der miserablen Planung des englischen Führungsstabes und der zahlenmäßigen Übermacht der Türken in einem verheerenden Blutbad geschlagen. Das Unternehmen ging als die Schlacht bei Gallipoli in die australische Geschichte ein. Auf diesem staubigen Schlachtfeld, weit von zu Hause entfernt, spürten die Australier zum ersten Mal in ihrer Geschichte, daß die Interessen Englands nicht immer auch die ihrigen sind. Heute wird diese Einsicht von damals als Birth of a Nation bezeichnet.

Gallipoli-Film Die schlechten Nachrichten gelangten schnell bis in die ferne Heimat und die Zahl der Freiwillig ging rapide zurück, zumal man auch von der Westfront in Frankreich nichts Gutes hörte. William Hughes, der australische Premierminister, beschloß daraufhin die allgemeine Wehrpflicht einzuführen, was einen Aufruhr in der Bevölkerung verursachte. Die Labour Party schloß Hughes aus und stellte sich größtenteils gegen die Einführung der Wehrpflicht. "Little Digger" Hughes gründete die National Party, die bald das Vertrauen der Bevölkerung besaß. Auf seiten der Labourpartei standen die Katholiken, meist irische und schottische Arbeiter, die sich mit dem Empire nicht so verbunden fühlten und auch nicht weiter dafür kämpfen wollten. In zwei Volksabstimmungen entschied die Bevölkerung schließlich gegen die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht.

Die Australier hatte in den Schlachten an der Hindenburglinie in Frankreich insgesamt rund 60.000 Tote und 150.000 Verwundete zu beklagen. William Hughes reiste zu den Friedensverhandlungen nach Versailles. Er ließ sich von den Großmächten nicht einschüchtern und setzte mit seiner lautstarken und ungehobelten Art Australiens Interessen durch volle Rückerstattung der Kriegskosten, baldige Rückkehr der Gefangenen und Papua Neuguinea sollte dann zu Australien gehören. Den Siegermächten ging der alte Haudegen auf die Nerven, man verzichtete auf seine Anwesenheit bei weiteren Konferenzen - aber zuhause wurde Hughes als Held gefeiert.

In den zwanziger Jahren ließ es sich in Australien endlich wieder gut Leben. Aus Italien setzte eine große Einwanderungswelle ein. Diese Menschen entflohen der Armut in ihrem Land und ließen sich in Victoria und Queensland nieder, so pflanzten sie Obst und Gemüse in Victoria und schnitten in der sengenden Sonne Queenslands Zuckerrohr. In den Geschäften gab es teuere Waren aus Europa und reich bestückte Museen - Lebensgenuß bestimmte den Alltag in Astralien. Damit auch die Arbeiter von dieser Wende profitierten, kämpften die Gewerkschaften für die 44-Stunden-Woche, und zur allgemeinen Begeisterung wurde das neue Parlament in Canberra eröffnet. Aber das Land lebte über seine Verhältnisse.

Zwei Tage vor dem "Schwarzen Freitag", dem 24. Oktober 1929, an dem die Börse an der Wall Street zusammenbrach, löste die Labour Party die Country Party in der Regierungsverantwortung ab und fand zu ihrem Unwohl eine leere Staatskasse vor. Durch die internationale Wirtschaftskrise kam der australische Export zum Erliegen. Die dreißiger Jahre wurden, wie fast wie überall in der Welt, auch für Australien zu einer sehr schlimmen Zeit. Die Preise für Wolle und Weizen, die beiden Exportschlager, verfielen ins Bodenlose und Arbeitslosigkeit war die Folge. Ausgerechnet jetzt hielt sich der Finanzminister monatelang in London auf, um an Konferenzen teilzunehmen, die zwischen Mutterland und den Commonwealth-Staaten Gleichberechtigung herstellen sollten.

Als 1932 der Premierminister die Sydney Harbour Bridge offiziell einweihen wollte, kam ihm ein Mann auf einem galoppierenden Pferd zuvor, der das Eröffnungsband mit einem Säbelhieb durchtrennte. Der Reiter war Mitglied einer kleinen Gruppe von Hitleranhängern, die im Faschismus eine Lösung der wirtschaftlichen Misere sahen. Die offizielle Politik Australiens gegenüber der Gefahr des drohenden Nationalsozialismus war weitgehend von frommem Wunschdenken geprägt: Wenn man Hitler nicht reizte, würde er einem auch nicht gefährlich werden. Größeres Entsetzen kam bei den australischen Politikern schon eher mit dem äußerst brutalen Auftreten der Japaner in China vor, schließlich lag dieser Gewissermaßen "vor der Haustür". -------------------------------------------------------------------------------- zweiter Weltkrieg Im September 1939 erklärte England Deutschland den Krieg. Premierminister Sir Robert Menzies machte in einer Ansprache der Bevölkerung klar, daß sich Australien dadurch ebenfalls im Krieg befand.

Diesmal traf der Krieg das Land allerdings völlig unvorbereitet. Die Navy bestand aus zwei Kreuzern. Die Flugzeuge der Armee waren völlig veraltet. So wurde die Industrie schnellstmöglich auf Rüstungsproduktion umgestellt. Innerhalb kürzester Zeit kämpften Australier in Nordafrika, im Mittelmeerraum und auch in Griechenland. Bis heute sind die wackeren Rats of Tobruk berühmt, die in Nordafrika General Rommel gegenübergestanden .

Aber wer sollt Australien verteidigte? Mit dem Angriff auf Pearl Harbour im Dezember 1941 durch die Japaner fand der Krieg nicht nur in Europa, sondern auch im Pazifik statt. Die Japaner zerstörten in einem Blitzkrieg die britischen Schiffe in Singapur und nahmen Hongkong ein. England reagierte darauf nicht und so ging auch in Australien die Kriegsangst um das die Japaner angeifen könnten. Premierminister Curtin fühlte sich von den Engländern im Stich gelassen und wandte sich in der Not an die USA. Die Furcht der Australier vor dem starken Gegner Japan erreichte einen verzweifelten Höhepunkt, als im Februar 1942 japanische Bomben die Stadt Darwin in Schutt und Asche legten. Darauf hin errichteten die Australier in Matarranka einen Millitärischenstützpunkt und entdeckten dort auch die heissen Thermalquellen.

Der amerikanische Oberbefehlshaber General Douglas MacArthur übernahm daraufhin den Schutz Australiens und als Gegenleistung setzte Er australische Truppen bei den Kämpfen in den Malaria verseuchten Urwäldern Neuguineas ein. Erst nach großen Verlusten konnten die Japaner zurückgedrängt werden. Der zweite Weltkrieg veränderte auch den Alltag der Daheimgebliebenen. Das Leben litt unter den hohen Kriegssteuern, und viele Waren des täglichen Bedarfs, wie Tee und Benzin, mußten rationiert werden. Am 15. August 1945 ging der Krieg zuende,und Australien atmete wieder auf.

Das Land hatte seine Lektionen aus den vergangenen Kriegen gelernt. Außenpolitisch wollte es sich in Zukunft an die USA halten und den Kontakt zu den Nachbarländern verbessern. Auch die strenge Einwanderungspolitik wurde gegenüber Europäern gelockert. Premierminister Joseph B. Chifley richtete ein Einwanderungsministerium ein, das Menschen aus allen Teilen Europas anwerben sollte. Auch die strengen Einwanderungsbestimmungen englischer Protestanten wurden aufgehoben.

Noch zweimal wurden außenpolitische Verpflichtungen durch eine Kriegsbeteiligung nötig.1950 im Koreakrieg und 1963 im Vietnamkrieg. Die Wehrpflichtigen wurden dabei nach einem Losverfahren gezogen. Diese Auslosung des Sterbens erregte - wie schon im Ersten Weltkrieg die Gemüter. Landesweit protestierten Studenten gegen die Teilnahme am Krieg. Wirtschaftliche Probleme "Boring fifties", den langweiligen fünfziger Jahren, war Australien eine reine Männergesellschaft.

Rauhbeinige Männer angelsächsischer Herkunft bestimmten das Bild. Man arbeitete sehr hart und ging danach in den Pub, wo Männer und Frauen in getrennten Räumen saßen. Frauen in den Ladies lounges , Männer an der Bar. Frauen gehörten nicht ins öffentliche Leben, sie hatten sich um Haushalt und Kinder zu kümmern. Ureiwohner- Aborigines und Asiaten galten als Menschen zweiter Klasse, wie in Abstufungen alle anderen Nicht-Angelsachsen ebenfalls. In den Geschäften gab es wenig Auswahl, man aß nach englischen Vorbild Weißbrot, Fish and Chips und Steak.

Die große Kursänderung, die sich schon nach dem Zweiten Weltkrieg abgezeichnet hatte, kam erst in den siebziger Jahren mit Gough Whitlam. 1972 wurde der Labourpolitiker Premierminister, und sofort traten verschiedene Änderungen , der verstaubte Ansichten und Gesetze ein. Whitlam begann mit dem Rassismus aufzuräumen, der die australische Innen- und Außenpolitik bisher geprägt hatte. Die Aborigines erhielten Selbstbestimmungsrecht. Land Councils begeganen, Stätten religiöser Bedeutung für die Aborigines zurückzufordern und diese unter Denkmalschutz zu stellen, wie auch der Heilige Uluruh, Ayers Rock. Die anspruch auf die Kolonie Papua Neuguinea wurde aufgegeben, die Beziehungen zu Asien wurden verbessert und zu den kommunistischen Ländern erstmals aufgenommen.

Einwanderer aus allen Teilen der Erde konnten sich in Australien niederlassen und belebten die Szenerie durch Manifestationen ihrer eigenen Kultur. Multiculturalism war der Begriff, der diese Vielfältigkeit gesetzlich verankerte. Die Frauen wurden aktiv und forderten die Gleichberechtigung. Eine ihrer berühmten Vertreterinnen war Germaine Greer. Das Land lebte auf, auch kulturell. 1973 erhielt als erster Australier Patrick White den Nobelpreis für Literatur.

Sein bekanntestes Werk Voss erzählt von dem deutschen Einwanderer Ludwig Leichardt, der als ehrgeiziger Erforscher des Landesinneren von seiner letzten Expedition nicht zurückkehrte. Ebenfalls 1973 wurde das berühmte Opernhaus von Sydney eingeweiht.Eine aufregende Zeit - und wieder einmal hatte man zuviel Geld ausgegeben, das man nicht hatte. Whitlam hatte sich heimlich Petrodollars geliehen, was bald an die Öffentlichkeit drang und zu einem politischen Skandal ausartete. Die Vertreter der Wirtschaft schmiedeten ein Komplott, um Whitlam abzusetzen. Der Generalgouveneur, der höchste Repräsentant Englands in Australien also, setzte kurzerhand Whitlam ab und nützte damit das aus alten Zeiten stammende Vetorecht Englands.

Malcolm Fraser, der Nachfolger aus der konservativen Liberal Party, bemühte sich, die Inflation aufzuhalten, doch die Lebenshaltungskosten stiegen unaufhaltsam. 1983 kam Robert "Bob" Hawke von der Labour Party an die Macht, ein echter mate, ein guter Kumpel und alter Gewerkschaftler, der es vor allem verstand, einen Konsens zu erzielen. Als echter australischer Politiker leistete er sich zwar auch ein paar Skandale (beispielsweise erlaubte er den USA, in Australien MX-Raketen zu testen), doch die offene, multikulturelle Politik der siebziger Jahre wurde weitergeführt. Als Australien 1988 die 200 Jahr Feier der weißen Besiedlung beging, wurde Königin Elisabeth ll bei der Eröffnung des neuen Parlarmentsgebäudes von Vertretern der Aborigines begrüßt. In den zwei Jahrhunderten zwischen dieser Begegnung und der Ankunft von James Cook in der Botany Bay ist jedoch vieles passiert, doch die Schwierigkeiten im Verhältnis zwischen Aborigines und weißen Einwanderern sind auch heute noch nicht beseitigt. Australien muß künftig den ursprünglichen Einwohnern des Kontinents eine menschenwürdige Lebensperspektive bieten.

Obwohl schon erste Schritte in diese Richtung seit einigen Jahren gemacht wurden, ist das Verhältnis zwischen Aborigines und weißen Australiern noch immer sehr gespannt. Vor allem in den Großstädten kommt es immer wieder zu Konfrontationen zwischen den verschiedenen Gruppen. Politiker aller Parteien setzen sich jedoch immer engagierter für einen Ausgleich zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen ein. Außerdem sorgt die verstärkte Einwanderungswelle aus Asien heute für neue ethnische Spannungen. Und Australien muß die geographische Abgeschiedenheit, die für uns so reizvoll ist, überwinden, um wirtschaftlich überleben zu können. Dies ist nur möglich, wenn das Land den Kontakt zu den asiatischen Nachbarn verbessert.

Jedenfalls steht Australien am Ende des Jahrtausends großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gegenüber. Die Preise für Wolle und Schaffleisch sind verfallen, die Absatzmärkte für landwirtschaftliche Produkte in Europa verschlossen. Im Land fehlt es an industriellen Alternativen. Hohe Arbeitslosigkeit und soziale Unruhen sind die Folge. Der Traum vom einstigen "Einwanderungsparadies", in dem jeder mit seiner eigenen Hände Arbeit sein Glück und Geld machen konnte, ist für viele längst ausgeträumt. Auch wurden die Einwanderungskategorien, wieder angehoben, so das es heute nicht mehr allzuvielen vergönnt ist nach Australien auszuwandern.



Im Jahre 2000 eröffnet Australien in Sydney die 27 Olympischen Spiele der Neuzeit. Und zeigt mit einer atemberraubenden Eröffnungsfeier und kolosalen Olympiastätten, dem Rest der Welt das man hier doch nicht "Down Under "ist. In der Eröffnungsfeier wurde die Dreamtime (Erschaffungszeit) der Aborigines und dann die Erschließung des Landes durch die weißen Siedler in einer wünderschönen Show im Oplypiastadion gezeigt. Olympia 2000 große Geste an die Aborigines die Urwohner Australiens Entzündung des Feuers als politischer Akt. Cathy Freeman entzündete das Feuer - Die Olympische Flamme ist zu einem politischen Feuer geworden. Australiens Aborigines feierten am Samstag nach der Eröffnungszeremonie in Sydney die Entzündung des Olympischen Feuers durch "ihre" 400-m-Weltmeisterin Cathy Freeman und werteten die Geste des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) als einen Schritt zur politischen Aufwertung.

"Das war ein wichtiger Beitrag zur Versöhnung der australischen Rassen. Das IOC hat der Regierung und den Politikern während der Eröffnungsfeier an mehreren Stellen eine Lektion erteilt, wie man den Aborigines Respekt entgegen bringt", meinte Aborigines-Führer George Clarke auch mit Blick auf die Würdigung seiner Bevölkerungsgruppe in der Ansprache von IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch: "Die Zeremonie war eine absolute Anerkennung unserer Menschen und unserer Kultur durch die internationale Gemeinschaft." Ermuntert durch die Begeisterung in ganz Australien um die Aborigine Freeman forderte Clarke auch innenpolitische Kurskorrekturen: "Es ist jetzt an Premierminister John Howard, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen." Der australische Regierungschef verweigert weiterhin eine öffentliche Entschuldigung für das von Australiern begangene Unrecht an den Ureinwohnern des Fünften Kontinents. Die Aborigines bilden mit 400.000 Menschen rund zwei Prozent der Bevölkerung in Australien.

Aboriginal People Traumzeit * Nach Ankunft der europäischen Siedler Schritte zur Eingliederung * Status Quo * Hoffnung für die Zukunft Themenverwandte Seiten in AUSTRALIEN-INFO.DE: Die wichtigsten Stationen der australischen Geschichte. Australiens Kultur. Das australische Instrument Nummer 1: das Didjeridu / Didgeridoo. Tipps und Hintergründe zur Berichterstattung über Australien und Aboriginal People. Das Land Down Under ist für uns auf den ersten Blick fremd und oftmals doch vertraut.

Das ist verwirrend und endet leider recht häufig in der Reproduktion von Klischees und Fehlinterpretationen. Diese Seite soll eine differenzierte Darstellung Australiens ermöglichen, indem sie den kulturellen Hintergrund und seine Konsequenzen für das Schreiben genauer beleuchtet. Es gibt wohl kaum ein heikleres, sensibleres Thema für Australier als das Verhältnis zu ihren Ureinwohnern. Es ist geprägt von gegenseitigen Vorurteilen, Halb- oder Nichtwissen. Durch die Olympischen Spiele 2000 rückte dieses Thema jedoch mehr und mehr ins Licht der Weltöffentlichkeit. Im Februar 2004 sorgten Unruhen in Sydney für erneute Aufmerksamkeit.

Ein Jugendlicher war am 14.02.04 von seinem Fahrrad auf einen Metall-Zaun gestürzt und erlag in einem Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Mutter des Jungen sagte, ihr Sohn sei verunglückt, weil er von Polizisten verfolgt worden sei. Rund um dieses Thema existieren zahlreiche Mythen, die häufig publiziert werden, aber deswegen noch lange nicht korrekt sein müssen. Die Kulturen von weißen und "schwarzen" Australiern unterscheiden sich in vielen Punkten.

Die Ureinwohner sehen sich als integrierten Bestandteil der Natur. Materielle Güterwirtschaft und Sesshaftigkeit haben in der Gesellschaft der Ureinwohner nicht den gleichen Stellenwert wie in der europäisch geprägten Einwanderer-Gesellschaft. Ein vorprogrammierter Konflikt: Die weißen Siedler brauchten für Ihr Verständnis von Existenz Landbesitz - gleichzeitig die Basis der eingeborenen Gesellschaft. Ein Konflikt, der bis heute andauert. Wir möchten versuchen nachfolgend mit einigen Hintergrund-Informationen dieses schwierige Thema zugänglich zu machen. Das auch heute der Umgang mit diesem Thema noch sehr kompliziert ist, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 1999: Als das Fernsehteam des Schweizer Fernsehens für die 10-teilige Australien-Serie auch die Schattenseiten Australiens zeigen wollte, zog sich das staatliche Fremdenverkehrsamt - die Australian Tourist Commission - kurzzeitig von der geplanten Kooperation zurück.

.. Aboriginal Literatur - aus und über Australien Reiseliteratur zur vertiefenden Beschäftigung mit der Kultur der Aboriginal People. Die Traumzeit - vor Ankunft der europäischen Siedler Begriffe Region Gruppenbezeichung Osten Murri Südosten Koori Süden Nanga Südwesten Nyungar Westen Wonghi Bezeichnung der australischen Ureinwohner durch die Weissen: Aborigine (Subst.); aboriginal (Adj.) ab origine (lat.

) = Ureinwohner / ursprünglich: sagenhaftes Stammvolk der Latiner (Landschaft Latium in Italien, heute "Lazio" mit Hauptstadt Rom). Als hochgradig "politically uncorrect" gilt die Kurz-Bezeichnung "Abo". Der sehr häufig verwendete Begriff "Aboriginie" gilt ebenfalls als diskriminierend. Diese Bezeichnung erhielten die Ureinwohner von den Weissen. Er sollte nach ihrem Wunsch in Publikationen nicht verwandt werden. Dem Spektrum der unterschiedlichen Zugehörigkeit zur indegenen Bevölkerung (von full blood bis zu Mischlingen mit zB.

"nur" aboriginalen Großeltern) trägt der Befriff "aboriginal" Rechnung, während "Aborigine" alle in eine Schublade steckt. Die Bezeichnung "aboriginal" findet man sowohl als Adjektiv, wie auch als Substantiv. Als Adjektiv ist 'Aboriginal' politisch korrekt. Bei der Bezeichnung "Aboriginal people(s)" wird üblicherweise ein grosses 'A' verwendet, um eine Unterscheidung zu anderen aboriginal peoples z.B. denen in Kanada zu ermöglichen.

Wenn allerdings in Australien jemand "Aboriginal" als Substantiv verwendet, oder ein kleines 'a' verwendet zeigt diese Person dass sie entweder a) nicht besonders gut informiert ist oder b) negativ zu den Ureinwohnern eingestellt ist. - In Australien trifft man vermehrt auf die Bezeichung "Indigenous People" vom lat. Begriff indigen. Auf Deutsch dürften die passenden Bezeichnungen "australische Ureinwohner" oder 'indigene Australier', alternativ auch die englischen Bezeichnungen 'Aboriginal people' oder 'Indigenous Australians'. Fazit: Wir nutzen für die Berichterstattung in AUSTRALIEN-INFO.DE zunehmend den Bezeichnung "Aboriginal People" oder die Umschreibung "australische Ureinwohner".

In Australien nutzen die Ureinwohner selbst zunehmend auch (zum Teil überregionale) Selbstbezeichnungen, um das Wort "Aboriginal" und dessen, immer als Fremdbezeichnungen angesehene Derivate zu vermeiden. Einige Bezeichnungen lassen sich auch primären Siedlungsgebieten zuordnen. Im Northern Territory (wie auch wahrscheinlich im norden Westaustraliens) identifizieren sich Leute nach wie vor hauptsächlich mit ihren lokalen Sprachgruppen, d.h. es gibt keine überregionale, sondern nur lokale Selbstbezeichnungen. So leben die 'Yolngu' östlich von Darwin in Arnhemland, in Darwin selbst aber sind es die 'Larrakia' und in Zentralaustralien gibt es die Arrernte (früher Arunta), Kaytetye, Alyawarr, Anmatyerr, Warumungu, Warlmanpa, Wakaya, Akarre, um nur ein paar Gruppen zu nennen.

Überregionale Selbstbezeichnungen der indigenen Einwohner finden Sie in der Tabelle rechts -hauptsächlich für Gebiete entlang der Ost- und Südküste. So bezeichnen sich die indigenen Einwohner in Queensland generell als "Murri", in New South Wales und Victoria als "Koori", in Süaustralien als "Nungar", im Norden Südaustraliens jedoch als "Anangu" (= Menschen), in Südwest Westaustralien als "Nyoongar". Traumzeit Der Begriff "Traumzeit" steht für eines der umstrittensten und kompliziertesten Konstrukte im Bereich aboriginaler Kulturen überhaupt: Er entstand aufgrund von Missverständnissen zweier Ethnologen, die mit unzureichenden Übersetzungen der aranda-Vokabel "altjira rama" arbeiteten und deren Bedeutungen vermischten. "altjira rama" bedeutet stark vereinfacht gesprochen "die Fähigkeit, wie im Traum oder in einer Vision einen konkreten Ort von großer persönlicher Bedeutung für den jeweiligen Sprecher "sehen" zu können." Eine verkürzte Version des Begriffs (altjiranga) bezeichnet etwas, "das von Anfang an und in aller Ewigkeit vorhanden" war und ist. (altjeringa ist die englische Adaption von altjiranga).

Diese Vermischung der Begrifflichkeiten mündete im englischen "dreamtime", was schließlich als Traumzeit zu Beginn des 20. Jh. Eingang in die deutsche Sprache fand und u.a. durch Ethnologie und Psychoanalyse (Freud) für eine Mystifizierung aboriginaler Kulturen als letzte, mit der Natur in Harmonie lebende "Steinzeit"-Menschen sorgte. Diese Faszination strahlt der Begriff noch heute aus.

Wenn man den deutschen Begriff erklären möchte, dann eher als eine Art Parallelzeit, nicht als "Vor-Zeit". Natürlich birgt die Vorstellung, die wir Traumzeit nennen, für die verschiedenen aboriginalen Gruppen auch unterschiedliche Inhalte, die sich von mitteleuropäischen Assoziationen des Begriffs stark unterscheiden. Siedlungsbeginn Nicht vollkommen geklärt. Die meisten wissenschaftlichen Ansätze gehen von einem Siedlungsbeginn vor 40.000 bis 60.000 Jahren aus.

Einzelne Studien sprechen sogar von 120.000 Jahren. Sicher nachweisbar ist eine vollständige Besiedlung des Kontinentes seit 32.000 Jahren. Dabei wurden Felszeichungen im Kakadu NP datiert. Das älteste Skelett in Australien wurde am Lake Mungo (New South Wales) gefunden.

Die Universität von Canberra geht davon aus, dass es sich dabei umdie älteste DNS eines Menschen handelt - ca. 60.000 Jahre alt. Sie enthalten Spuren von aufgetragenen Ockerfarben, die höchstwahrscheinlich für Zeremonien genutzt wurden. Abstammung Es wird vermutet, dass die Besiedlung von Indonesien begonnen hat. Die Landmasse Australiens und der indonesischen Inseln hatte zu dieser Zeit durch einen niedrigeren Meeresspiegel eine grössere Ausdehnung.

Die schmalste Meeresenge hatte eine Breite von 90 km. Ein ansteigender Meeresspiegel trennte Australien später wieder weiter von der asiatischen Inseln. Unklar ist, ob die heutigen australischen Ureinwohner bei ihrer Einwanderung ausreichende Kenntnis in Navigation hatten oder entsprechend taugliche Schiffe oder Flöße. Bei Ankunft der Europäer (Tausende von Jahren später) konnten dafür keine Anzeichen festgestellt werden. Siedlungsräume Schon vor Ankunft der Weißen lebten die meisten indigenen Australier an der klimatisch bevorzugten Ostküste. Das trockene rote Zentrum war allerdings nicht unbesiedelt sondern Heimat einer bedeutenden Anzahl von Gruppen und mutmasslich stärker besiedelt als heute.

Die Gruppenverbände mit rund 500 bis 700 Personen, unterteilten sich in sesshafte oder meist nomadisierende Gruppen von etwa 20 bis 50 Personen. Die Grenzen der Gruppen waren nicht abstrakt gezogen durch irgendwelche Federstriche auf Landkarten sondern ergaben sich vielmehr aus natürlichen Grenzen, wie Bergrücken und Flussläufe. Auseinandersetzungen wegen territorialer Besitzansprüche gab es häufig, was in einer idealisierenden "Traumzeit"-Literatur häufig nicht erwähnt wird. Die Region der Riesen-Outback-Farmen, in denen heute z.B. 200 Menschen leben, ernährte früher verschiedene Gruppenverbände mit bis zu 2.

500 Mitgliedern. Landbesitz Im Gegensatz zu anderen Völkern bewirtschafteten die Aboriginal People das Land nicht, sondern lebten vom kontrolliertem Verbrennen des Landes, das sogenannte fire-stick farming. Diese Form wird mittlerweile als Urform der Landwirtschaft angesehen. Sie haben keinen Sinn für Landeigentum entwickelt, auch wenn die Kinder der Ureinwohner frühzeitig lernen, daß die Menschen dem Land gehören und die Gruppengrenzen respektieren zu haben. Die Gruppen kehrten zu bestimmten Stätten zurück, um Tote zu begraben. Einige Gebiete wurden aufgrund ihrer Verbindung mit der Traumzeit zu heiligen Stätten erklärt.

Bevölkerung Über die Bevölkerungszahl zur Zeit der Ankunft der weißen - europäischen - Siedler gehen die Schätzungen auseinander. Sie liegen zwischen 300.000 und 1.000.000. Heute leben noch etwa 380.

000 Aboriginal People in Australien. Insgesamt leben zur Zeit 18 Millionen Menschen in Australien. Bei genauerer Betrachtung zählen nur rund 50.000 zu den "full blood Aboriginal People". Aufgrund von rassistischen Vorurteilen bezeichneten sich viele Mischlinge in vergangenen Volksumfragen als Weiße, wodurch eine hohe Dunkelziffer entstand. Diese Tendenz ist in den letzen Jahren rückläufig, was zu einem statistischen Anstieg der aboriginalen Bevölkerung führt.

Dem Spektrum der unterschiedlichen Zugehörigkeit zur aboriginalen Bevölkerung (von full blood bis zu Mischlingen mit zB. "nur" aboriginalen Großeltern) trägt das Substantiv "Aboriginal" Rechnung, während "Aborigine" alle in eine Schublade steckt. Eine konstante Zahl der Bevölkerung wurde vor Ankunft der Weißen durch Geburtenkontrolle gewährleistet. Sexuelle Tabus, Abtreibungen, Kindstötungen (vor allem bei Zwillingsgeburten), waren keine Seltenheit, da es für die Frauen unmöglich war, den ganzen Hausrat und mehr als zwei Kinder mit sich zu tragen. Auch andere nomadisch lebende Gesellschaften kennen solche Regeln. Nahrung Heute als modische Kochzutat absolut en vogue: Der "Bushtucker" der Jäger & Sammler - Aboriginal People nutzen Bumerangs und Speere.

Sie trugen keine Kleidung und bauten - mit einigen Ausnahmen - keine Häuser. Die Ausnahmen: Eher sesshafte Gruppen an der Ostküste bauten aus Baumrinde sog. "miamias". Bei der Nahrungsbeschaffung war das Gesammelte der Frauen meist von größerer Bedeutung, vor allem aber konstanter, als der Jagderfolg der Männer. Eine der bereits sehr früh entwickelten Jagdmethoden basierte auf dem geschickten Einsatz von Feuer. Aller Wahrscheinlichkeit nach bestand für die Aboriginal People nie der Bedarf Feldbau zu betreiben.

Sozialstruktur Die Gesellschaften der Ureinwohner waren, und sind oft nach wie vor, hierarchisch gegliedert und zwar nach Alter und Wissen. Sozusagen eine Gerontokratie in der die "Stammesältesten" ("Elders") das meiste Sagen haben. Auf einer anderen Ebene ist diese Struktur egalitär, da jede Person die gleiche Chance hat sich Wissen anzueignen und dadurch irgendwann ein "Elder" mit Autorität zu werden. Die Ältesten besitzen relativ viel Autorität. Wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, die die ganze Gruppe betreffen ist ihr Rat in der Regel entscheidend. Die ganze Gruppe kann an Entscheidungen teilnehmen, aber Entscheidungen gelten nur wenn die Ältesten zustimmen.



Und nachdem alles, was die Ureinwohner traditionell machten, von ihrem 'Gesetz', "the Law" bestimmt wurde (Heiratsregeln, 'Tabus', wer wann wo jagen oder sammeln durfte etc) hatten die Ältesten Einfluss auf alle Bereiche des Lebens (das Leben war ein ritueller Akt). Selbstverständnis Nach ihrem Glauben sehen sich Aboriginal People als integrierten Teil ihrer natürlichen Umgebung. Sie befolg(t)en strikte Verhaltensregeln im Umgang mit der Natur. Diese Haltung ist Neuerungen gegenüber sehr zurückhaltend. Termine zu vereinbaren und einzuhalten ist dabei ebenfalls unwichtig - aufgrund völlig anderer kultureller Grundlagen und Notwendigkeiten. Die ersten Europäer empfanden folglich die Kultur als archaisch und fremd - vergleichbar mit den steinzeitlich lebenden Papua auf Neuguinea.

Aus diesen Eindrücken resultierte die Behandlung aboriginaler Gruppen in der Folgezeit des Erstkontaktes. Sie entstand aus einer Mischung von völliger Unkenntnis der Kultur, falschen Interpretationen und der fehlenden Bereitschaft, sich dem Unbekannten zu öffnen. Kunst Die Schriftform war unbekannt. Bildende und darstellende Kunst waren wichtige Ausdrucksmittel - um mündlichen Aussagen Nachdruck zu geben und zur Erinnerung an die Gruppengeschichten und religiöse Traditionen. Gemalt wurde auf Felsen, Höhlenwände und auf Baumrinde - vorwiegend in Erdfarben. Typisches Merkmal für das südliche Northern Territory ist die nahezu ausschließliche Reduktion auf Punkte und Striche, quasi eine Rastertechnik - früher Pointillismus.

Im Arnhemland und dem Kakadu NP ist der Röntgenstil u sehen. Figürliche Darstellungen finden sich im Südosten & der Kimberley Region (z.B. die Wandjina Geister oder Handabdrücke). Sprache Fast 300 verschiedene Sprachen und Dialekte wurden gesprochen. Heute sind es etwa 50, die von Gruppen gesprochen werden, denen mindestens 100 Ureinwohner angehören.

Unter 20 Sprachen werden von mehr als 500 Aboriginal People verwendet. Die Sprachen sind grammatikalisch hoch entwickelt. Aus Sicht der Aboriginal People ist die englische Sprache völlig ungeeignet ihr Verhältnis zu ihrer Heimat zu beschreiben. Viele Sprachen sind inzwischen ausgestorben, es haben sich aber zum Teil aus überlebenden Resten, die sich mit anderen aboriginalen Sprachen und Pidgin-English mischten, neue Sprachen entwickelt. Diese werden nicht nur gesprochen, sondern auch geschrieben (erzählende Literatur, Gedichte, oral narratives). Nach Ankunft der europäischen Siedler Rechtlosigkeit Bei der Besiedlung wurde Australien als Terra Nullius (Niemandsland) gesehen.

1836 wurde den nomadisierenden Aboriginal People die Fähigkeit zur organisierten Landnutzung (und die Tatsache, dass sie das Land wirklich genutzt haben) abgesprochen und die Landrechte der Ureinwohner für nichtig erklärt. Vetreibung Aboriginal People wurden als zum Aussterben verurteilte Rasse primitiver Nomaden gesehen, deklariert und so behandelt. Die Ureinwohner wurden aus ihren Siedlungsgebieten vertrieben. Die Europäer gingen teilweise mit äußerster Härte vor. Aboriginal People wurden gejagt, vergiftet und erschossen. Besonders drastisch ist das Schicksal der Ureinwohner Tasmaniens: 4.

000 von ihnen setzten sich zur Wehr und wurden binnen 70 Jahren vollständig vernichtet. Noch in den Zwanzigerjahren wurden Aboriginal People auf sonntäglichen Treibjagden von Viehtreibern erschossen und «ihre Köpfe auf der Veranda zum Trocknen aufgestellt». Illegal - aber durchaus entsprechend dem Zeitgeist. Krankheiten & Seuchen Masern und Syphilis dezimierten die Anzahl der Aboriginal People weiter. 1789, 1829-32, 1865-70 wüteten Pockenepidemien, von denen die weißen Siedler verschont blieben, da sie gegen die von ihnen eingeschleppten Erreger weitgehend resistent waren. Übergewicht und Diabetes sind heute weit verbreitet.

Depression & Apathie Aus Sicht der Ureinwohner wurde und wird ihre Welt nach und nach zerstört. Viele sind physisch und geistig entwurzelt. Parallel dazu sinkt ihr Selbstrespekt sowie der Lebenswille. Dies führt oft zur Flucht in Apathie, Depression und Drogen. So entstand ihr Ruf faul und "unnütz" zu sein. Im Gegensatz zu den Schwarzen Südafrikas, die während der Apartheid-Politik mit Terror und Aufständen die Weltöffentlichkeit auf sich aufmerksam machten, blieben die australischen Ureinwohner eher lethargisch.

Drogen Alkohol ist heute die größte Geisel der Aboriginal People: Vielen trinken sich mit billigem, gepanschten Fusel um den Verstand - bis in den Tod. Junge Aboriginal People schnüffeln sich mit Benzin in den Wahnsinn. Unter diesen Drogen-Problemen leidet die ganze Familie - und damit das Herzstück der Ureinwohnergesellschaften. Missionen Die Kolonialverwaltung versuchte nach eigener Definition dem Zerfall der Kulturen durch Errichtung von Reservaten und Entsendung von Missionaren gegenzuwirken. Der Erfolg war ausgesprochen mäßig: Von 1860 bis 1940 dauerte der Versuch eingefangene Aboriginal People in Reservaten zu halten und ihnen die weiße Lebensweise mit staatlicher Versorgung aufzuzwingen. Hinter dem scheinbar hehren Ziel der Mission steckte ein handfestes politisches Interesse.

Viele Geschichtsforscher sehen heute das Kernziel der Mission in der Zerstörung der Ureinwohnerkulturen: Die Menschen sollten als billige Arbeitskräfte dienstbar gemacht werden. Viele Missionen bzw. staatliche Einrichtungen (selbst Privatleute wie zB. Daisy Bates) sahen ihre Aufgabe im "smoothing of the pillow on the black man's death bed", also darin, das Aussterben der Schwarzen in Australien wenn nicht zu beschleunigen, so zumindest "angenehm" zu machen. Erfolgreiche und gescheiterte Schritte zur Eingliederung Kinderraub Ein besonders brutaler Versuch der Assimilierung wird erst seit Ende der 90er Jahre von der autralischen Gesellschaft aufgearbeitet: Bis ca. 1970 trennten Regierung und Kirche Tausende von Kindern von ihren Eltern.

Diese «gestohlene Generation» wurde bei Pflegefamilien und in Missionsstationen untergebracht. Rechtslage Die weißen Australier taten sich schwer mit der Erteilung voller Bürgerrechte für die Ureinwohner. 1961 Aboriginal People erhalten Wahlrecht 1967 Gründung des Referates für Aboriginal-Angelegenheiten: Die Effizienz der Institution ist ein Dauerstreitpunkt australischer Innenpolitik. Milliarden wurden u.a. in die medizinische Versorgung gesteckt um z.

B. die dramatische Säuglingssterblichkeit (war 10-fach im Vgl. zu Weissen) zu reduzieren. Unterschlagungen und mangelhafte Buchführung sind häufige Probleme bei der Verteilung finanzieller Mittel bei Aboriginal-Projekten. 1980 ff. Die Rassentrennung an Schulen und in manchen Stadtbezirken wird nach und nach aufgehoben.

1993 Mabo-Gesetz beendet Rechtslage von "Terra Nullius": Aboriginal People haben Recht auf "native titles" - Rückforderung von ureigenem Land. Voraussetzung: Nachweis einer jahrhundertelangen, konstant andauernden, Beziehung zu einem Land. Ureinwohnerstämme meldeten Ansprüche auf fast 40 Prozent der Fläche an. Dabei sollen die bisherigen Nutzer nicht vertrieben werden, aber Rechte zur Durchführung religiöser Handlungen und zur Jagd auf Wildtiere sowie Wegerechte eingeräumt werden. 1998 Wik-Gesetz schränkt Forderungen der Ureinwohner ein: Landrechts-Ansprüche auf Gebiete, die vom Staat an Bauern oder Bergbaugesellschaften verpachtet sind, können nicht erhoben werden. Lediglich finanzielle Entschädigung kann verlangt werden.

Finanziert werden solen sie aus Steuermitteln. Es wird mit Kosten in Milliarden-Höhe gerechnet. 1999 Verfassungs-Präambel abgelehnt: Ein Vorwort zur Verfassung, dass u. a. die Aboriginal People als erstes Volk Australien anerkennen sollte, wurde abgelehnt. 2000 Mehrere Protestmärsche mit bis zu einer halben Million Teilnehmern für die Rechte der Aboriginal People spiegeln das geänderte Rechtsbewusstsein des weissen Australiens.

2004 Nach dem Tod eines 17-jährigen gibt es im Februar Krawalle in der Ureinwohnersiedlung in Sydneys Stadtteil Redfern. Status Quo Entwurzelung Es gibt nur noch wenige Gebiete, wo Aboriginal People traditionell leben bzw. leben wollen. Sie leben mit einem Kompromiss zwischen den beiden Lebensstilen und sind meist weder hier noch dort zu Hause. Etwa die Hälfte wohnt in und um ländliche Kleinstädte, ca. ein Viertel in den Grossstädten.

Soziale Situation Arbeitslosigkeit ca. 38% Gefängnis-Insassen 14% aller Insassen sind Aboriginal People. Versöhnung Für ihre Rolle bei den Zwangs-Adoptionen haben sich u.a. offiziell entschuldigt: Die Kirchen und der Generalgouverneur als Vertreter des australischen Staatsoberhauptes - der Königin Elizabeth II..

Radikalisten Während die städtische Bevölkerung eher für Versöhnungsmassnahmen plädiert, gibt es auf dem Land oft Stimmen zur Beibehaltung eines ausgrenzenden Kurses. Unumstritten sind insbesondere die Milliarden schweren Projekte zur Unterstützung der Aborigines. Eine Schlüsselfunktion nimmt hier die staatlich finanzierte Aborigines-Selbstverwaltungs-Organisation Atsic ein. Die Partei "One Nation" vom rechten Rand des Parteienspektrums versucht seit Mitte der 90er Jahre Profit aus einem latenten Rassismus zu ziehen. Nicht nur auf weißer Seite gibt es radikale Positionen. Auch manche Aboriginal-Aktivisten bringen die Sache der Ureinwohner in Misskredit.

Ureinwohner-Siedlungen In Sydneys Stadtteil Redfern ist die grösste Ureinwohnersiedlung Australiens. Sie gilt seit Jahren als Ghetto der Ureinwohner der Olympiastadt und bietet wahrscheinlich das negativste Beispiel für eine Siedlung urbanisierter Aboriginal Pepole. Da sie nur wenige Kilometer von der Oper entfernt liegt, werden immer wieder populistische Rufe nach der Abrissbirne laut, so im Februar 2004 nach den Krawallen auch vom Oppositionsführer. In Redfern ist Drogenmissbrauch, Arbeitslosigkeit, Jugendkriminalität und Gewalt zuhause - häufig gepaart mit einer zutiefst empfundenen Entwurzlung und Perspektivlosigkeit. Konflikte zwischen der Polizei und den Aboriginal People sind in Redfern nahezu Alltag. Immer wieder werden Beamte von den Bewohnern des Rassismus beschuldigt.

Hoffnung für die Zukunft Bergbau In der Region Pilbara wird in der Hamersley Range Eisenerz gefördert. Bei der Minengesellschaft in der Pilbara Region zählen seit Ende der 80er Jahre Kompetenz und Leistung, nicht Hautfarbe und Herkunft. Aboriginal People arbeiten hier bereits in höheren Positionen und werden voll akzeptiert. Tourismus Mit verschiedenen ambitionierten Tourismusprojekten erwirtschaften Aboriginal People jedes Jahr Hunderte von Millionen Dollar zum Volkseinkommen. Mittlerweile profitieren die Aboriginal People auch vom Tourismus zu ihren heiligen Stätten, wie zum Beispiel dem Kakadu NP oder dem Uluru (Ayers Rock). Weitere touristische Gebiete mit engem Aboriginal-Bezug sind u.

a. Tiwi Islands, Kings Canyon, Katherine und Cape Tribulation. Dabei ist die Art und Weise der einzelnen Tourismus-Projekte teilweise heftig umstritten. Anbieter touristischer Dienstleistungen von/mit Aboriginal People. Hinweis: Bitte lesen Sie die Beschreibungen der Anbieter, wenn Sie explizit Angebote von Firmen suchen, die von Aboriginal People geführt werden. Kunst Ein schmaler Grat liegt zwischen der seriösen Vermarktung der Kunstwerke - Malereien und Plastiken sowie der Boomerangs.

Im südlichen Northern Territory sind die "Dot Paintings" zum Inbegriff der Aboriginal-Malerei geworden. Kooperativen haben sich zur Vermarktung gegründet und sind damit so erfolgreich, dass sie sich mittlerweile bereits gegen Kopierfälschungen wehren müssen. Unsere Partnerin Renate Schenk lebt in Alice Springs und vermarket u.a. bemalte Didgeridoos. Ausserdem bietet sie einen Führer zu Aboriginal-Kunst an.

Musik Gleich zweifach bietet die Musik Möglichkeiten als Hoffnungsträger zu gelten: Das australische Didgeridoo erfreut sich als Musikinstrument rasant steigender Beliebtheit. In unserer Linkliste finden Sie dazu weiterführende Seiten. Popbands wie Yothu Yindi verknüpfen Aboriginal-Elemente geschickt mit kommerziellen Einflüssen und bieten so auch via Mainstream einen - wenngleich nicht ganz originären Zugang - zu kulturellen Elementen der Aboriginal People. Geschichte Traumzeit * Entdecker * Europäische Besiedlung Themenverwandte Seiten in AUSTRALIEN-INFO.DE: Die Geschichte der australischen Ureinwohner sowie ihre aktuelle Situation. Australiens Kultur.

Australien besitzt eine der ältesten Landmassen auf der Welt und gehörte einst zum Urkontinent Gondwana. Seit dieser vor 15 Millionen Jahren auseinanderbrach, befindet sich Australien in seiner heutigen Lage. Seit über 100 Millionen Jahren wurden keine Berge mehr durch Landverschiebungen geschaffen. "Traumzeit" ca. 60.000 v.

Chr. Einwanderung der Urbevölkerung aus Indonesien. Das älteste Skelett in Australien wurde am Lake Mungo (New South Wales) gefunden. Die Universität von Canberra geht davon aus, dass es sich dabei umdie älteste DNS eines Menschen handelt - ca. 60.000 Jahre alt.

Sie enthalten Spuren von aufgetragenen Ockerfarben, die höchstwahrscheinlich für Zeremonien genutzt wurden. Ausführliche Informationen zur Geschichte der australischen Ureinwohner auf einer speziellen Seite in AUSTRALIEN-INFO.DE. Entdecker 1606 Der Portugiese Louis Vaez de Torres segelt zwischen Cape York und Neuguinea durch die Torres-Strasse. Der Holländer William Jansz landet an der Westküste von Cape York und betritt als erster Europäer Australien. 1642 Der Holländer Abel Tasman entdeckt Tasmanien.

1643 segelt er entlang der Nord- und Nordwestküste Australiens. Die Holländer Dirk Hartog, van Diemen und Abel Tasman kartographierten zwar einen Großteil des Küstenstreifens, zeigten jedoch wenig Interesse an einer Besiedelung des - aus Ihrer Sicht - feindseligen und kargen Landes. 1770 Der Brite James Cook ankert mit der "Endeavour" auf dem Rückweg aus dem Südpazifik in der Botany Bay, südlich des späteren Sydney. Im August nimmt er den östlichen Teil Australiens für die englische Krone in Besitz. An Bord der Endeavour befanden sich einige Wissenschaftler und ein Botaniker (Banks), der auf dem Festland erstaunliche Pflanzen- und Tierarten entdeckte, die zuvor noch niemand gesehen hatte. Die Ostküste empfanden die Briten als fruchtbar und geeignet zur Besiedlung.

Das Land wurde auf "New South Wales" getauft und im Namen von König George III für die britische Krone reklamiert. Während eines Aufenthaltes in Queensland, wo sein Schiff repariert wurde, kam Cook mit

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