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  d-werkbesprechung, 19

D-Werkbesprechung, 19.11.98 Gutwenger Maria 8c   Das Urteil von Franz Kafka___________     Titel: "Das Urteil" ist der Titel dieser Erzählung. Durch den Artikel "das" wird das Urteil genauer bestimmt, es geht dabei um ein ganz bestimmtes Urteil und nicht um ein x-beliebiges. Der Begriff "Urteil" hat mehrere Bedeutungen. Damit kann eine gerichtliche Entscheidung, die einen Rechtsstreit ganz oder teilweise beendet gemeint sein, oder es ist einfach nur eine Aussage über etwas.

"Urteil" kann aber auch bedeuten, daß eine oder mehrere Personen über einen anderen Menschen richten, urteilen. Manchmal kann es um Leben und Tod gehen, und der betroffene Mensch kann nichts tun, um seine Situation zu verbessern. Der Titel führt in dieser Erzählung zum Geschehen hin, er ist keine Irreleitung. Man könnte fast sagen, daß der Titel hier eine Art "Kürzeste-Kürzestfassung" ist, da der Titel eigentlich das wichtigste der Erzählung vorwegnimmt, es geht um ein Urteil, wenn auch ohne Anwälte und Geschworene.   Themen: Im "Urteil" geht es vor allem um eine "Vater-Sohn-Beziehung". Der Sohn steht in einer Dreiecksbeziehung zu seinem Vater, seinem Freund und seiner Geliebten, daß sich daraus Probleme ergeben versteht sich von selbst.

Die Entfremdung des Sohnes von der Familie steht dabei im Vordergrund. Die Probeme, die sich aus der fehlenden Kommunikation ergeben sind gravierend. Die ganze Situation wird noch durch den fehlenden Respekt vom Vater gegenüber dem Sohn und der fehlenden Achtung vor seinem Urteil verstärkt. Ein weiteres Thema dieser Erzählung ist die Ehe bzw. die Ehelosigkeit. Unverheiratet Männer werden hier nicht in einem besonders gutem Licht dargestellt, da sie als verschrobene Sonderlinge angesehen werden.

Aber ebenso wie das Thema Ehe spielt auch die sexuelle Verführung durch eine Frau eine untergeordnete Rolle. Dem Sohn wird der Vorwurf gemacht einer Verführung erlegen zu sein, was dieser wiederum versucht durch eine Heirat wettzumachen. Das Nicht-essen-Können oder -Wollen ist bei Kafka ein häufiges Motiv; es wird eingesetzt, um anzuzeigen, daß das Verhältnis einer Person zum Leben gestört ist. Es signalisiert die Hinfälligkeit des Vaters, ebenso wie auch das Zu-Bett-Bringen. Das Ins-Bett-Schicken einer andern Person hat daher in vielen Fällen auch etwas Bedrohliches, es hat die Bedeutung von Wehrlos-Machen. Im "Urteil" wird deutlich, daß der Sohn den Vater entmächtigen will, indem er ihn ins Bett schickt, ja ihn sogar hineinträgt.

Einen Schritt vom Unwesentlichen zum Wesentlichen zu machen, ist ein weiteres Thema dieser Erzählung. Der Text scheint eine Anspielung auf das Schreiben selbst zu enthalten. Nachdem jemand eine Zeitlang Briefe schrieb, die keine eigentlichen Mitteilungen enthielten, berichtet er jetzt über das wirklich entscheidende Ereignis in seinem Leben.       Fabel: Es geht um die Darstellung der bürgerlichen Familie in ihren Widersprüchen, der Gefühlsambivalenz von Haß und Liebe und der möglichen Auswege aus ihren Zwängen, die sich in Beziehungen zu Freundesgestalten andeuten.   Charakterisierung der Hauptpersonen: Georg Bendemann: Er ist ein junger Kaufmann und führt mit seinem Vater zusammen ein Geschäft. Seine Mutter ist vor zwei Jahren gestorben und es sieht so aus, als ob er nicht sehr unter ihrem Verlust litt.

Er fühlt sich in seiner Familie fremder als ein Fremder und vor allen Dingen unverstanden. Georg liebt das Leben und genießt sein Junggesellendasein so gut es geht, aber nun denkt er daran ein Mädchen aus gutem Hause zu heiraten. Für ihn scheint es nicht unerheblich zu sein, daß er sich eine Braut auswählt, die aus einer gutsituierten Familie stammt. Im Grunde ist Georg ein fröhlicher junger Mann, wenn auch manchmal etwas zu nachdenklich. Aber wenn es um seinen Vater geht schaltet er auf stur. Er weigert sich den bürgerlichen Normen anzupassen und ebenfalls ein erfolgreicher Geschäftsmann zu werden, wie sein Vater.

Georg wird bewußt, daß er nicht in der Lage ist, die Wertvorstellungen der bürgerlichen Mittelschicht zu den seinen zu machen, das heißt ein Leben zu führen, in dem wirtschaftlicher Aufstieg an erster Stelle steht. Der Konflikt zwischen ihm und seinem Vater vergrößert sich zusehends, auch wenn er darum bemüht ist es nicht danach aussehen zu lassen. Sie entfremden sie sich immer stärker, dies wird vor allem beim Essen deutlich: Sie essen gleichzeitig, aber nicht gemeinsam; Vater und Sohn befinden sich zwar zur gleichen Zeit am gleichen Ort, doch sind sie meilenweit von einander entfernt. Georg kommt gegen seinen Vater nicht an, er kann tun und lassen was er will, für seinen Vater bleibt er der dumme Junge, der sich nicht getraut seine Meinung zu sagen, und gegen ihn aufzustehen. Er ist ihm einfach nicht gewachsen, und das ist nicht nur auf seine schmächtige Statur bezogen. Er war im Grunde genommen immer der gehorsame Sohn und der Selbstmord zeigt seine Abhängigkeit vom Vater.


  Vater von Georg: Mit Energie und Zähigkeit ist er im Laufe der Jahre zu einem, wenn auch nicht wohlhabenden, so doch gutsituierten Geschäftsinhaber aufgestiegen. Für ihn zählt nur der geschäftliche Erfolg und deshalb sieht er in Georg auch nur einen Versager. In der Skala seiner Wertvorstellungen rangiert materieller Besitz an höchster Stelle, Geschäftstüchtigkeit ist für ihn gleichbedeutend mit Lebenstüchtigkeit. Für den in keiner Weise Profit abwerfenden Zeitvertreib seines Sohnes kann er kein Verständnis aufbringen und befürchtet, daß Georg sich immer mehr zu einem Sonderling entwickeln würde. In seinen Augen führt Georgs Lebensweise zwangsläufig in eine falsche Richtung. Er erhoffte sich eine bürgerliche Karriere seines Sohnes als Unternehmer, daß er einen Trost im Alter hätte.

Aber statt dessen muß er sich über Georgs "Faulheit, Verschwendung, Bosheit und Dummheit" ärgern. Seit dem Tod seiner Frau zieht er sich immer mehr zurück. Seine Frau bedeutete ihm sehr viel und ihr Verlust hat ihn ziemlich niedergeschlagen. Auch sein Gedächtnis ist nicht mehr das beste und zwangsläufig entgehen ihm manche Sachen im Geschäft. Das hindert ihn aber nicht hinterhältig und gemein zu seinem Sohn zu sein. Kein einziges gutes Wort hat er für ihn übrig.

Er behandelt ihn wie ein unmündiges Kind, verletzt ihn rücksichtslos und verurteilt ihn.   Blickwinkel: Es handelt sich um einen allwissenden Erzähler. Er steht über dem Geschehen und kennt jede Person in der Erzählung genau und weiß, wie sie sich verhalten und reagieren werden. Der allwissende Erzähler beschreibt die Gefühle und die Stimmung der Menschen. Er kann überall sein und aus den verschiedensten Blickwinkeln der verschiedenen Personen berichten. Der unsichtbere Kommentator, hier Kafka selbst berichtet manchmal auch objektiv, von außen.

Jedoch weiß er ganz genau wie die Personen aufeinander wirken und wie sie zueinander stehen.     Gattung: "Das Urteil" ist eine kurze Erzählung von Franz Kafka, die sehr stark autobiographisch gefärbt ist. Durch solch einen Text gibt der Autor viel von sich selbst preis. Diese Erzählung gleicht ein wenig einer Parabel. H. Stadler und K.

Dickkopf sehen Kafka als einen Vertreter des Aphorismus. Aphorismen sind kurze, abgerundete Aussage in Prosa mit einer versteckten lehrhaften Absicht. Es sind Äußerungen eines Menschen, der Meinungen überprüft und Denkschablonen entlarvt, dabei aber nicht systematisch vorgeht. Deshalb sind die Gedanken nicht verbunden, sie sind nicht erklärt oder begründet. Wichtig ist die Originalität. Die Kunst des Aphorismus ist die sprachliche Formulierung um trotz der Kürze viel zu sagen.

    Sprache: Kafka hat einen sehr klaren Stil, der einfach wirkt. Sein Stil, der Wirklichkeit und Phantasie vermischt und einen Anflug von Ironie enthält, trägt zu der beängstigenden Atmosphäre in seinem Werk bei. Eine auffallende Eigenschaft seiner Erzählung ist die Schmucklosigkeit der Sprache, die durch die karge Verwendung von Metaphern, Aufzählungen und Wiederholung sichtbar wird. Und doch wirkt der Text nicht wie eine Statistik. Trotz der Einfachheit aber durch die Symbolhaftigkeit seiner Sprache entsteht ein lebhaftes Bild von dem Geschehen, das nur so sein kann und nicht anders. Ein wichtiges Attribut ist "wohlhabend", da es am öftesten und in vielen verschiedenen Zusammensetzungen wiederholt wird.

Ein häufig eingesetztes Element sind Farben. Mit "zitronengelb" beginnt die Reihe des "gelb". "Gelb zum Wegwerfen" ist der Freund in Rußland, wobei gelb soviel wie Krankheit, Hinfälligkeit, Todesnähe bedeutet. Kafka verwendet viele Begriffe, die man als Symbol ansehen könnte, wie zum Beispiel der "schwere Schlafrock", der nicht dazu dient, den Träger lächerlich zu machen, sondern das Majestätische, das Riesige der Erscheinung zu betonen. Ein Beispiel für einen Vergleich stellen die verschiedenen Zimmer der Hauptgestalten dar. Kafka führt die beiden Personen in sehr ähnliche Situationen.

Durch Einzelheiten wird aber der Gegensatz, der zwischen ihnen besteht, hervorgehoben. Das dunkle Zimmer des Vaters kontrastiert aufs schärfste mit dem des Sohnes, das man sich nach der Beschreibung im ersten Absatz vom Sonnenlicht durchflutet vorstellt. Auch hier zeigt sich die Symolhaftigkeit Kafkas Sprache. Die Wohnsituation des Sohnes wird mit Leben und Freiheit assoziiert, die des Vaters mit Krankheit oder Tod und Gefangensein. Kafka zeigt die Überlegenheit des Vater auch durch seine Redegewandtheit. Georg hingegen fällt nichts Geeignetes ein zu erwidern.

  Zeitstufe & Zeitraum: Die Erzählung ist durchgehend im Präteritum geschrieben. Die Handlung beginnt "an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr" und dauert höchstens zwei, drei Stunden, noch vor Mittag hat sich Georg umgebracht. Durch seine Gedanken wird vieles was früher geschehen ist deutlich gemacht, sie haben die Funktion von Rückblenden.   Autor: Der österreichischer Schriftsteller Franz Kafka wurde 1883 geboren. Er studierte an der deutschen Universität in Prag Literatur und später aus Familienrücksichten Jura, übte den Beruf jedoch nur kurzzeitig aus und war 15 Jahre lang als Hilfskraft im Versicherungswesen tätig. 1922 verstärkte sich die bereits fünf Jahre zuvor ausgebrochene Tuberkulose, an der Dichter 1924 in einem Sanatorium bei Wien starb.

Kafkas Darstellung des in labyrinthischen Lebensverhältnissen gefangenen Menschen wurde zum Synonym für bedrückend-absurde Zustände. Seine unglücklichen Lebensumstände spiegeln sich in vielfältiger Weise in seinem Werk. Da ist zunächst die als übermächtig erfahrene Gestalt des autoritären Vaters, mit der er sich auseinandersetzte, sowie das Leiden an seiner Bindungsunfähigkeit. Kafka war mehrmals verlobt, hat jedoch nie geheiratet Insbesondere die Spannung von Individuum und sozialer Gemeinschaft durchzieht sein erzählerisches Werk, häufig verbunden mit der Identitätsproblematik des Juden in der christlich geprägten Umwelt. Die Hauptdarsteller sehen sich in einem Netz unentwirrbarer Gesetze und Verhältnisse gefangen. Die Erfahrung der Fremdheit gegenüber den anderen und schließlich zu sich selbst wird zur bedrückenden Grunderfahrung ihres Daseins.

1916 entstand die Erzählung Das Urteil . Insgesamt ist Kafkas Werk erst nach dem 2.Weltkrieg ins Bewußtsein einer größeren Öffentlichkeit getreten, aber seitdem hat es viele vielfältige und widersprüchliche Deutungsversuche hervorgerufen. Kafkas Weltanschauung ist beeinflußt durch den dänischen Philosophen Søren Aabye Kierkegaard und nimmt in mancherlei Hinsicht den Existentialismus vorweg. Die literarischen Techniken seines Werkes weisen sowohl expressionistische als auch surrealistische Züge auf, ohne daß er einer dieser Richtungen eindeutig zuzuordnen wäre. Entgegen Kafkas Wunsch, seine unveröffentlichten Manuskripte nach seinem Tode zu vernichten, veröffentlichte sie sein Freund Max Brod und begründete so Kafkas Ruhm.

  Wichtigste Werke: Die Verwandlung (1915): Darin stellt der Held, ein fleißiger Versicherungsvertreter, beim Aufwachen fest, daß er sich in einen riesigen Käfer verwandelt hat, der von seiner Familie zurückgewiesen wird und schließlich einsam und alleine stirbt. Der Prozeß: wurde mehrmals verfilmt Das Schloß In der Strafkolonie (1919): ist eine niederdrückende Geschichte über Haft und Folter    

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