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  Jeder gegen alle

Jeder gegen alle   Martin Walsers neuer Roman “Ohne einander” Von Marco van Daele       “Ohne einander”, ein prägnanter Titel. Einer, der zugleich knapp und vielsagend ist, soll heißen, effizient. Er passt sehr zu dem neuen Stück Prosa, das uns Martin Walser kürzlich, frisch auf den Tisch, präsentiert hat. Und frisch ist er, der mit 217 Seiten schlichtweg kurze Roman. Erfrischend anders, durch seine intelligente Art, die es versteht, die durch ihre bizarren Details und groteske Handlung bestechende Romanwelt auf teils unterhaltsame, teils ins Nachdenkliche abdriftende Weise mit der als Vorlage dienenden Realität, unserer Realität, zu verknüpfen. Das Buch ist in drei Kapitel unterteilt, betitelt mit den Namen der drei Hauptfiguren dieser Erzählung aus dem Leben einer Familie.

Die durch die Namengebung angedeutete Perspektivität setzt auch prompt zu Beginn ein und lässt den Leser bis zum Finale auch nicht mehr los. Sie ist so packend, weil sie absolut ist. Zu keiner Zeit ist es dem Leser möglich, die Geschehnisse durch andere Augen als die der jeweilig zentralen Figur zu betrachten. Dies fordert eine gewisse Aufmerksamkeit des Lesers, der sozusagen mitlaufen muss mit dem zum Teil abenteuerlichen Lauf der Gedanken, Assoziationen und Äußerungen der Charaktere. Dabei sind deren spezifischen Eigenschaften für ihn nicht direkt erschließbar, da diese Gedankengänge nicht platt die grundlegenden Charakterzüge der Personen verbalisieren, sondern meist situationsbezogen, also reell bleiben. Überhaupt ist es nicht Walsers Absicht, psychologisch einwandfreie Persönlichkeitsstudien abzuliefern, vielmehr benutzt er die Figuren als zwar (durch die Perspektivität) inhaltbestimmende Elemente, die jedoch Instrumente bleiben für die Darstellung einer verzerrten, einer kranken Welt anhand der Sehweisen, Meinungen und Gedanken der Handelnden.

Die Demonstration dieser Welt überlässt Walser einer Familie, bestehend aus Vater (Sylvio), Mutter (Ellen), Tochter (Sylvi) und Sohn (Alf). Oder sollte man lieber Wohngemeinschaft sagen, denn mehr geben diese vier (jeder für sich tragische) Fälle nun wirklich nicht mehr her. Beide Eltern , sie Journalistin, er Schriftsteller und nebenbei Alkoholiker, leben ein offenes Verhältnis aus. Die Tochter stürzt sich von einem Hobby ins nächste, ist inzwischen beim Surfen, und der Sohn sitzt unbeweglich meditierend in einem angehaltenen Schaukelstuhl. Jeder dieser vier ist auf seine Art haltlos, lebt mehr schlecht als recht vor sich hin, mit dem makaberen Wissen, dass alles noch schlimmer hätte sein können. Und so behandeln sie alle ihre ganz eigenen Probleme mit den ihnen probat erscheinenden Mitteln, sei es Alkoholismus oder Absentismus, Flucht durch Seitensprung oder Wellenreiten.

Hier wird das zentrale Thema des Romans deutlich, die Isolation des Einzelnen innerhalb der Gesellschaft, das krampfhafte Arbeiten gegen die Haltlosigkeit und gegen den Rest der Gesellschaft unter dem Bewusstsein der Sinnlosigkeit: “Die flohen alle. Oder verfolgten Fliehende. Es gab nur noch Verfolger und Verfolgte. Es gab keine Geduld mehr. Keine Frist.” Dieses Thema setzt Martin Walser konsequent um, man könnte sagen, er zieht es durch.

Dabei kommt ihm sein sehr spezieller Schreibstil zur Hilfe, der es ermöglicht, das Thema hinter einer Fassade aus unwichtig erscheinenden Details der Bewusstseinsströme zu verschlüsseln, gespickt mit satirisch-markanten Beschreibungen. Diese Beschreibungen treffen das gemeinte immer so genau, dass der Leser jedesmal ein wenig vor der Direktheit zurückschreckt, dann aber um so neugieriger weiterliest. Viele Gedankengänge, obwohl jeder für sich prägnant, tragen nur zur Verwischung des Wesentlichen bei, sind nur beiläufiges Getexte, könnte man meinen. Doch dem ist nicht so. Vielmehr sind es für mich eben diese Abweichungen, die dieses Buch lesenswert machen und es unterhaltsam und locker, und für den, der sich darüber hinaus darauf einlässt, anregend und nachdenklich, aber niemals gedankenschwer oder gar erdrückend erscheinen lassen.

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