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  Matt groening und die simpsons

Matt Groening und die Simpsons   Wird in 70 Ländern ausgestrahlt und erhielt zehn Emmys : die Simpsons auf Homers Lieblingsmöbel, dem Sofa Das Jahr 1987 war eines der bedeutendsten in der Geschichte des Fernsehens. Der junge amerikanische TV-Sender Fox wurde auf den Comicstrip "Life in Hell" aufmerksam, der regelmäßig in dem Wochenmagazin "L. A. Reader" erschien. Sein Schöpfer: Matt Groening, der damals Redakteur des Blattes war. Groening erhielt den Auftrag, "Life in Hell" als Zeichentrickserie zu produzieren, um als Pausenfüller für die "Tracy-Ullmann-Show" zu dienen.

Aber der Cartoonist Groening schuf stattdessen etwas Neues: eine sehr gelbe, sehr amerikanische Familie als animierten Comicstrip mit dem Namen "The Simpsons", die in der fiktiven Stadt Springfield leben. Die Simpsons waren bald so beliebt, dass sie am 17. Dezember 1989 mit einer eigenen, halbstündigen Sendung starteten. Die Simpsons wurden zur erfolgreichsten Zeichentrickserie der Welt. Im letzten Jahr der DDR kamen sie auch in das deutsche Fernsehen. Seitdem sind Homer und seine Familie ununterbrochen am Bildschirm zu begutachten, wie sie die amerikanische Welt mit ihren Mythen und Absurditäten darstellen.

In 70 Ländern wird die Serie ausgestrahlt, sie erhielt bisher zehnmal den amerikanischen Fernsehpreis Emmy und das zu Recht. Quiz: Kennen Sie sich in Springfield aus?   Mehr zum Thema Interview: Die Synchronstimmen der "Simpsons" Der American Way of Life zerbröseltDas mit zahlreichen Figuren ausgestattete Universum der Simpsons stellt die US-Gesellschaft liebevoll ironisch dar. Bei der Familie aus Springfield, der amerikanischten aller amerikanischen Städte, zerbröselt der American Way of Life wie ein trockener Kartoffelchip, den sich der dicke, dumme und sehr faule Homer bei Fernsehen und Bier in den Mund schiebt. Was übrig bleibt, ist eine Familie, die trotzdem zusammenhält und den Zuschauer an den Bildschirm fesselt. Das Familienoberhaupt benannte Groening, der in diesen Tagen seinen fünfzigsten Geburtstag feiert, nach seinem Vater Homer Groening, ebenfalls Cartoonist. Auch seine Mutter diente als Namensgeberin.

Aus Margaret wurde Marge Simpson, eine geborene Bouvier. Da ist der erste Anknüpfungspunkt an amerikanische Mythen, mit denen die Serie ein ganzes Imperium an Verweisen geschaffen hat: Jackie Kennedy war ebenfalls eine geborene Bouvier. Bei den Simpsons wird aus einer Bouvier keine Ikone des Boulevards, die sich in der Welt der Mächtigen und Reichen bewegt, sondern eine Mutter und Ehefrau, die (meistens) mit souveräner Gelassenheit putzt, kocht und wäscht. Sie liebt ihren Mann und kauft ihm das Bier, dass er in der Regel vor dem Fernseher trinkt. Hinzu kommen die drei Kinder. Sohnemann Bart, zehn Jahre alt, frech, ein Schulhasser, der leidenschaftlich Skateboard fährt.

Tochter Lisa, acht Jahre alt, hochbegabt und die personalisierte linksliberale Vernunft (Gleichberechtigung, Umweltschutz) und schließlich Baby Maggie, deren Namen Homer schon mal vergisst.Ein Figuren-Universum mit allen gesellschaftlichen GruppenIm Figuren-Universum sind alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten. Korrupte und sexgeile Politiker (Bürgermeister Quimby), Einwanderer, die hart schuften (der Inder Apu), die bigotten christlichen Frömmler (Nachbar Ned Flanders und seine Familie), der böse Kapitalist (Atomkraftwerksbetreiber Montgomery Burns mit seinem schwulen Adlatus Smithers), ein Schuldirektor und Vietnamveteran (Seymour Skinner), der Alkoholiker (Barney aus Moe's Bar), der Jazzmusiker (Zahnfleischbluter Murphy) usf...   Matt Groening und die Simpsons Eine große und ehrliche Liebe: Homer und Marge Simpson Ein Konstruktionsprinzip der Serie ist es, Handlungen berühmter Filme oder einzelne Szenen zu imitieren.

Die Figuren aus der Serie übernehmen die Rollen berühmter Filmfiguren. Das dient als handlungsbestimmende Grundlage für eine ganze Folge (Shining, Thelma & Louise, Die Reifeprüfung) oder auch nur für einzelne Gags (Homer als Terminator, der sich mit der Müllabfuhr anlegt). Ein anderes Prinzip ist die Offenheit des Springfield-Universums. Prominente treten als Trickfiguren in der Serie auf, ausgestattet mit den realen Synchronstimmen in einer Folge zum Beispiel der bekannte Regisseur John Waters. Er freundet sich mit Marge und den Kindern an. Auch Homer ist zunächst angetan von diesem freundlichen und exzentrischen Künstler.

Bis er erfährt, dass Waters stockschwul ist. Homer fürchtet nun um seinen Sohn Bart. Er veranstaltet mit ihm Männlichkeitsrituale wie die Jagd auf Rentiere oder besucht mit im ein "anständiges amerikanisches Stahlwerk" mit muskelbepackten Arbeitern, die sich dann alle auch als schwul outen (das Stahlwerk wird zur Disco!). Im Netz www.springfield.at So entsteht ein Kaleidoskop amerikanischer Befindlichkeiten, gesellschaftlicher Rollenmuster und ihrer medialen Helden, mit sich unendlich widerspiegelnden Verweisen und Anknüpfungspunkten von Fiktion und Realität.


Subversion ist ein Merkmal der SimpsonsSubversion ist ein Merkmal der Simpsons. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist am American Way of Life, wird von der offiziellen Bedeutung ins Gegenteil verkehrt. Zum Beispiel wird George Bush senior in einer Folge zum Nachbarn der Simpsons. Als Bart mit einem Streich (allerdings unbeabsichtigt) das Manuskript mit der Autobiografie des Präsidenten in Rente vernichtet, entbrennt ein kleinlicher und gewalttätiger Nachbarschaftsstreit. Homer und Bush hauen sich die Nasen blutig. Das nennt man Entzauberung der Macht.

Trotzdem bleibt die Serie ambivalent. Es ist kein ätzender Spott, den die Figuren dem Zuschauer vorhalten. Die Familie stiftet den Zusammenhalt, Homer und Marge verbindet eine große und ehrliche Liebe. Es ist so gesehen eine Utopie der idealen Familie, die da zum Vorschein kommt. Das ist das, was den Erfolg der Serie ausmacht. Einem ewigen Gesetz der Massenunterhaltung gehorchend, ist das Happy End garantiert.

Das ist die Verlässlichkeit, auf die man vertrauen kann. Spätestens dann wird auch der Zuschauer den geliebten Figuren der Serie sehr ähnlich. Auf bissige Weise kann er mit der Hybris des amerikanischen Traums abrechnen und den fiesen, schnöden Alltag hochleben lassen. Am Ende jeder Folge versinkt er wieder in den heiligen Schoß des Gewohnten wie Homer mit seinem dicken Hintern im Sofa: die angenehmste Art der Identifikation und das innerste Erfolgsprinzip der Serie.

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