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  Ein kind töten verschiedene perspektive

                           EIN KIND TÖTEN   Die Mutter nimmt singend drei gute Sonntagsteller aus dem Küchenschrank. Im Radio läuft gerade ihr Lieblingslied. Auf dem liebevoll gedeckten Tisch fehlt nur noch der Zucker. Sie wirft einen kurzen Blick auf ihr Kind, das am Fenster sitzt und malt. Sie denkt sich: Ach wäre ich auch wieder so jung und unbeschwert. Aber genug geträumt, der Zucker fehlt noch immer.

Das Lied ist nun vorbei, es folgen einige Durchsagen: "Und nun die Wettervorhersage für heute. Es ist ein heiterer Tag ohne Wolken. Sonne, Sonne und nochmals Sonne! Sie werden gewiss einen wunderschönen Tag verleben." Während sie den Schrank öffnet und zur Zuckerdose greift, lächelt sie ihrem Mann freundlich zu, der sich gerade den restlichen Rasierschaum aus dem Gesicht kratzt. Gleichzeitig ermahnt sie ihr Kind sich endlich fertig anzuziehen. Dieses geht los, um sich die Schuhe zu holen.

Als sie die Dose öffnet, muss sie überrascht feststellen, dass jene leer ist. So überlegt sie sich, dass sie doch diese Woche erst den Großeinkauf gemacht hatte und eigentlich noch welchen haben müsste. Ratlos wendet sie sich an ihren Ehemann: "Schatzi, hast du den Zucker gesehen?" "Nein! Aber wir haben ihn doch Mittwoch in der Stadt eingekauft, nicht wahr?" "Ich kann aber keinen finden!   Er hört, wie seine Frau zu dem Kind sagt, es solle Zucker bei Larssons holen, die schräg über die Landstraße wohnen. Da er auch schon ungeduldig auf die Bootsfahrt wartet und er seinen Kaffee trinken möchte, bevor er kalt wird, bittet er sein Kind, sich zu beeilen. Nachdem der Vater sein Rasierzeug in eine Kommode gelegt hat, geht er aus Sorge um sein geliebtes Kind zum Küchenfenster. Er schaut eine Weile hinaus und setzt sich wieder, beruhigt, weil sein Kind sicher bei Larssons angekommen ist, an den gedeckten Küchentisch.

Während seine Frau ihm den Rücken zukehrt, nascht er heimlich von dem Kuchen, und genau in diesem Moment sagt seine Frau, dass den Larssons hoffentlich nicht auch der Zucker ausgegangen ist. Der glückliche Vater, der nicht im Stande ist mit vollem Mund zu sprechen, schaut die Mutter mit breitem Grinsen an, was sie kopfschüttelnd erwidert. Die Mutter setzt sich zu ihm an den Tisch und gemeinsam warten sie auf ihr Kind.   Frau Larsson öffnet die Tür. "Ach hallo, wie geht es dir, willst du kurz reinkommen? Während das Kind das Haus betritt, riecht es auch hier den frischen Kaffee und Kuchen. "Ich wollte eigentlich nur fragen, ob ich ein paar Stückchen Zucker bekommen könnte.

Wir haben nämlich keinen mehr zu Hause."Natürlich kannst du Zucker bekommen, soll ich ihn dir in eine Tüte einpacken?""Das brauchen Sie nicht, meine Mutter hat mir Papier zum Einwickeln mitgegeben." Frau Larssons nimmt das weiße Stück  Papier und geht in die Küche. Nach einem kurzen Augenblick kommt Frau Larsson aus der Küche zurück. "Hier bitte, grüß deine Eltern schön von mir." "Vielen Dank - auf Wiedersehen.

"Nachdem es das Haus verlassen hat, verabschiedet es sich noch schnell von den Larsson-Kindern. "Ich komme irgendwann mal vorbei, dann können wir ja zusammen spielen." Als es die Pforte schließt, steckt es sich noch ein Stück Zucker in den Mund. Es geht auf die Straße und muss immer in an den Fluss und die Fahrt mit dem schwarzen Kahn fahren. Plötzlich hört es ein lautes Quietschen. Sofort dreht es sich nach links um.

Es sieht nur noch einen Sonnenstrahl, der sich auf der Motorhaube des Autos spiegelt. Dann merkt es, wie es durch die Luft gewirbelt wird.       Dann steht das Auto plötzlich quer auf der Straße. Er sieht seine Freundin sich vor Entsetzen in die Hand beißen und bemerkt, wie Blut aus der Wunde tropft. Geschockt steigt er aus dem Auto und versucht auf seinen zittrigen Beinen Halt zu gewinnen. Als er den blutüberströmten Körper des Kindes bewegungslos auf der Straße liegen sieht, bleibt er fassungslos stehen und begreift erst dann, was geschehen ist.

Plötzlich hört er entsetzte Schreie, die sich schnell nähern.   Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht und ihre Augen aufschlägt, sieht sie das Innere eines Krankenwagens und ein freundliches Gesicht neben sich. "Wie geht es Ihnen?" wird sie gefragt, doch sie ist noch nicht im Stande zu antworten. Zu viele Fragen kreisen ihr noch im Kopf herum und doch fühlt sie sich völlig leer. Ihre Hand wird verbunden, nachdem  sie ein Paar  Tabletten zur Beruhigung bekommen hat, und darf dann wieder aufstehen. Als sie wieder auf die Straße tritt, sieht sie den Unfall noch einmal an sich vorbei ziehen.

Es war doch kein Traum! Von der Seite kommt ihr Freund und nimmt sie fest in den Arm. Er weint, noch nie hat sie ihn weinen sehen. "Wenigstens dir geht es gut!" sagt sie und ihr fällt ein Stein vom Herzen. Dann kommt ein Polizist auf sie zu und bittet sie ihm ins Polizeiauto zu folgen. Nachdem sie lange vernommen worden sind dürfen sie endlich nach Hause fahren. Sie steigen in ihr kleines, verbeultes, blaues Auto und treten eine schweigsame Heimfahrt an.


Doch während der Fahrt wird ihr Übel. Immer wieder sieht sie das tote Kind vor dem Auto liegen. Immer wieder hört sie den Aufprall des kleinen Körpers. Wird dies auch Jahre später noch so sein? Wird sie je wieder in ihrem Leben in ein Auto steigen ohne dieses Geschehen noch einmal zu durchleben?  

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