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5. Juni 2003  Aufgabe: Analysiere das Gedicht „Legende vom toten Soldaten“ von Bertolt Brecht!   Gliederung der Analyse:   Einleitung Titel, Autor/in, Art des Textes Thema, politisch, historischer Kontext/Zusammenhang Dichter Leser (Art der Ansprache, Parteilichkeit, Auf wessen Seite steht der Autor?)   Hauptteil kurzer inhaltlicher Überblick einzelner Strophen Form, Aufbau des Gedichtes Analysemerkmale: Wie ist das Thema inhaltlich ausgeführt? Wie ist es sprachlich umgesetzt? Mit welchen Mitteln wird der Inhalt im (politischen) Interesse des Dichters an den Leser vermittelt? Wo steht der Dichter mit seiner politischen Aussage? (Klärt er auf, ruft er zum Kampf auf, appelliert er, informiert er, provoziert er, stellt er Empörung oder Betroffenheit her, entwickelt er Visionen???) Wie macht er das? Untersuche Inhalt, Sprache und Form Verbinde die drei Aspekte und belege am Text!   3. Schluss Aussage des Dichters/der Dichterin Politischer Standpunkt Vergleich zu ähnlichen Motiven in anderen Texten/Gedichten Bezug zur heutigen Realität Erkenntniswert für den Rezipienten    Bearbeitung:  Einleitung Das politische Gedicht „Legende vom toten Soldaten“, geschrieben von Bertolt Brecht, handelt von einem Soldaten, der Hauptakteur in einer Legende ist. Das Gedicht ist unpersönlich abgehalten, sodass nicht klar feststeht, auf wessen Seite der Autor mit diesem Gedicht steht.   Hauptteil Das Gedicht besteht aus 19 Strophen mit jeweils 4 Versen und weist eine Mixtur von Jamben und Trochäen auf. Des Weiteren kann man in den Strophen mit einigen Unregelmäßigkeiten einen Kreuzreim (abba) erkennen, der nicht immer von Brecht eingehalten wird.

Das Gedicht ist zum Teil lyrisch, aber in einigen Passagen, kann man auch eine Prosaform erkennen. In dieser Legende spielt ein Soldat im deutschen Kaiserreich, wahrscheinlich im 1. Weltkrieg oder im deutsch-französischen Krieg (vgl. Strophe 14, Zeile 2ff: „Und die Ratzen im Feld pfeifen wüst: Sie wollen nicht französisch sein Weil das eine Schande ist“) die Hauptrolle. Er ist den Heldentod bereits gestorben und beerdigt worden (vgl. Strophe 1, Zeile 5 „Und starb den Heldentod.

“), jedoch ist der Kaiser der Meinung, dass der Soldat schon zu früh diesen Heldentod gestorben ist (vgl. Strophe 2, Zeile 2ff: „Drum tat es dem Kaiser leid Daß sein Soldat gestorben war: Es schien ihm noch vor der Zeit.“). Dem Kaiserreich von Deutschland wurde nach dem ersten Weltkrieg von Frankreich mit dem Versailler-Vetrag sehr übel zu gespielt. Es war dato also gestorben. Mit dem Ausgraben des Soldaten soll es wieder auferstehen.

Dem Soldaten, der das Kaiserreich symbolisiert, werden Krankenschwestern, sowie eine Prostituierte zur Verfügung gestellt. Man versucht ihm sogar mit Schnaps wieder zu beleben (vgl. Strophe 7 Zeile 1 „Sie schütteten ihm einen feurigen Schnaps“). Man will das Kaiserreich nicht als verloren kampflos aufgeben und versucht alle möglichen Arten der Wiederbelebung, jedoch gelingt es nicht. Deutschland, das schon verwest – also schon längst tot ist – riecht, so versucht man, mit flotten Märschen und medizinischem Personal zu retten, jedoch muss man sich eingestehen, dass dies ebenfalls nichts zur Rettung beiträgt. Die Deutschen werden in dem Gedicht als stolz und arrogant beschrieben, was von Brecht geschickt verpackt wird (vgl.

Strophe 10 Vers 3f „Sonst flög er noch in den Dreck ihnen hin Und das darf nicht geschehn“). Das Leichenhemd welches in Strophe 11 erwähnt wird, „Sie malten auf sein Leichenhemd Die Farben Schwarz-Weiß-Rot“, symbolisiert ebenfalls Deutschland. Man malt auf das Leichenhemd die Farben des Kaisers, des Kaisertums, des Deutschen Kaiserreiches, des Kaisers von Gottesgnaden. Ein Leichenhemd wird normalerweise mit dem Sarg und natürlich auch mit dem Toten beigesetzt. Also hat man zu diesem Zeitpunkt Deutschland schon aufgegeben? In den nächsten Strophen kommen immer mehr Patrioten auf die Idee, dass man Deutschland noch verteidigen könnte („Herr im Frack“ (Strophe 12), „Katzen und Hunde“ (Strophe 14), „Weiber“ (Strophe 15), „Pfaff“ (Strophe 16)). Vor lauter Leuten, die den Soldaten, also Deutschland im übertragenen Sinne, am Leben halten wollen, kann man den Soldaten schon gar nicht mehr sehen „Und wenn sie durch die Dörfer ziehn Kommt’s dass ihn keiner sah So viele waren herum um ihn Mit Tschindra und Hurra“ (Strophe 17).

Das Land befindet sich in einer solchen Massenhysterie, dass alle mitfiebern und nicht merken, wie sie sinnlos als Kanonenfutter zu Grunde gehen. Doch wollen die Einwohner, die überzeugt vom deutschen Sieg sind, ihr Vaterland nicht aufgeben, sie glauben fest daran, bis Max von Baden die Abdankung des Kaisers proklamiert. Deutschland ist verloren. Jedoch stirbt der Soldat, wie ein ordentlicher und gewissenhafter Soldat, der sich „Seiner Pflicht genau bewußt“ (Strophe 12, Vers 4), war, im Morgenrot den Heldentod und steht über allem, außer über Gott. Brecht möchte mit diesem Gedicht über die Arroganz und den Willen, der Deutschen, nichts aufzugeben ein Zeichen setzten und sein eigenes Volk loben. Er ruft zum Kampf gegen die Leute auf, die anderes behaupten.


Er stellt mit dem Gedicht aber auch einiges in Frage, ob es so richtig ist, alles so zu machen wie in dem Gedicht beschrieben, sonst würde der Titel des Gedichtes nicht eine „Legende“ besagen. Zu einer Legende ist manches dazu gedichtet. Also stellt er die Strategien des deutschen Volkes stark in Frage, sonst würde er nicht von einer „Legende“ sprechen. Jedoch stirbt der Soldat einen „Heldentod“ (vgl. Strophe 19 Vers 4). Dies zeigt eine gewisse Arroganz gegenüber den anderen Staaten.

Es hört sich an, als ob das deutsche Volk mehr wert sein, als andere Kriegsteilnehmer. Alle Staaten siegen über Deutschland und nur Deutschland zieht in den Heldentod! Es kann sogar auferstehen, was mit dem Ausgraben des toten Soldaten gemeint ist. Um seinem Gedicht die nötige Spannung zu verleihen, wechselt Brecht häufig die Zeiten. Er schreibt von Strophe 1 – 8 seinen Text im Imperfekt, wechselt dann ins Präsens von Strophe 9 – 10 und gebraucht anschließend wieder das Imperfekt, mit dem er sein Gedicht auch angefangen hat, Strophe 14, und Strophe 19 schreibt er wiederum im Präsens. Mit diesem stetigen Wechsel von Präsens und Imperfekt, erzeugt er eine Spannung im Rezipienten, die ihn zwingt, weiter zu lesen. Jedoch ist von Brechts Theaterkonzept nicht viel zu erkennen, was den Soldaten betrifft.

Sicher ist, dass sich niemand mit einem Toten identifizieren will, aber man kann in diesem Gedicht keinen anderen Identifikationsaspekt wieder finden. Es existieren aber keine anderen Identifikationsfiguren, da nur von Leuten die Rede ist, mir denen sich kein Mensch freiwillig identifizieren würde (z.B.: Prostituierte, Sanitäter, Pfaffe etc.). Der eigene Ekel schützt mich zum Beispiel davor, mit anderen Personen gegen Geld Geschlechtsverkehr zu haben.

Ebenfalls ist niemand gerne unter den Umständen eine Leiche tragen zu müssen, Sanitäter. Auch ein Pfaffe (abwertend für Geistlicher) ist nicht zu beneiden, wenn er mit einem Weihrauchfass vor einem verwesenden Soldaten gehen muss, um mit dem Weihrauch den bestialischen Gestank zu übertönen.   Schluss Brecht, mit diesem Gedicht sich über die Deutschen lustig machend, will seine Kritik, aber auch seine Anerkennung den Deutschen zu Ausdruck bringen, dass sie streitend untergegangen sind. Sie haben sich bis zum letzten Mann verteidigt, jedoch nur mit dem Nachteil, dass es ihnen nicht gebracht hat, sich so gegen die Invasion der anderen Staaten zu wehren. In der heutigen Realität kann man diese Legende auf den Irak und Saddam Hussein übertragen. Er hat sich mit Händen und Füßen gegen die Invasion der Alliierten-Truppen gewehrt, hat aber jetzt sein Land aufgeben müssen, nur weil er zu undiplomatisch war.

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