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  Aggression

AGGRESSION    Aggressive Verhaltensweisen, Einteilung von harmlos bis Folgenschwer: Mental (auf Vorstellungsbereich beschränkt): Ausdenken von Unglücksfällen („die Schule brennt“), oft helfen hierbei auch Medien. Verbal (Verletzung durch Worte): Beschimpfen, Beleidigen, Anschreien,... Körpersprachlich (Angriff durch Mimik und Gestik): Fäuste ballen, aufstampfen,..

. Grafisch (mit zeichnerischen Mitteln ausdrücken): Kritzeleien auf Schulbänken, im Bus,... Tätlich (mit direktem körperlichen Angriff) - gegen Objekte gerichtet . - gegen Personen gerichtet, und zwar: - unmittelbar situationsbedingte und ohne Hilfsmittel: Rempeln, Stoßen, Prügeln,.

.. - mit naheliegenden Hilfsmitteln: Buch, Lineal, Stock,... - planmäßig vorbereitet mit speziellen Waffen: Messer, Schlagring, Pistole,.

..   Definition der Aggression: Es ist zwischen dem erlebten Zustand der Aggressivität und der beobachtbaren Verhaltensweise der Aggression zu unterscheiden. Die Erlebniskomponente ist gekennzeichnet durch Gefühle des Geladenseins, von Wut, Ärger und Zorn. Die Verhaltenskomponente äußert sich physiologisch durch vegetative Erregung (geschwollene Adern, roter Kopf,..

) und tendiert zur Anwendung psychischer und physischer Gewalt gegen Personen oder Sachen, ohne dass für dieses Verhalten unmittelbar einsichtige oder adäquate Ursachen bestünden.   Erklärungsmodelle der Aggression Einige Theorien nehmen an, Aggression sein angeboren und unabwendbar, ein „geschlossenes Programm“; andere meinen, sie entstehe aus ungünstigen Umweltbedingungen, sei gelernt und vermeidbar oder verlernbar („offenes Programm“).   Nativistisch orientierte Theorien 1651 stellte Thomas Hobbes in seinem Werk „Leviathan“ die These auf, dass die natürliche Beziehung eines Menschen zu seinen Mitmenschen wie die eines Wolfes gegenüber Wölfin in freier Wildbahn sei: Homo homini lupus. Von Natur aus herrscht ein „Kampf aller gegen alle“. Dieses Bild gewann Hobbes nicht ohne gute Gründe, lebte er doch in Kriegszeiten. Er sah als einzigen Schutz vor der zerstörerischen Aggression ein politisches Mittel: strengste Durchsetzung der staatlichen Rechtsnormen durch Etablierung einer absoluten Monarchie.

  Das Triebmodell Sigmund Freuds. Freud nahm an, dass Aggression ein Trieb sei. Ein physiologischer Spannungszustand steuert den Organismus auf ein Ziel hin (die „Entladung“), mit dessen Erreichung ein Lustgewinn verbunden ist. Durch die Annahme eines angeborenen Aggressionstriebes erklärt Freud auch einen Teilaspekt sadistischer und masochistischer Verhaltensweisen. Wird dieser Trieb, der den Menschen zwingt, andere Menschen anzugreifen und zu vernichten (Sadismus), blockiert, so verlagert er sich auf die eigene Person (Masochismus). In allen Fällen steuert das ICH die Triebentladung, und zwar:   Direkt, so dass die Aggression wohldosiert und in erträglicher Form abläuft (bsp.

: Gerangel ohne schlimme Folgen), Indirekt, indem symbolische Ersatzhandlungen ernsten Schaden verhindern (Schimpfen, Zeichnen, Rollenspiel, Witz oder Sport,...) oder auch Durch Sublimierung, wenn die Energien Ersatzziele auf höheren Ebenen erhalten (bsp.: in der beruflichen oder speziell geistig-kulturellen Leistung).   Sieht man Aggression als Trieb, ist es wichtig, auch eine Entwicklung dieses Triebes anzunehmen.

Sie geht nach Freud in folgenden Phasen vor sich: Oral: explosive Affektentladung beim Schreien des Säuglings, Ausspucken der Nahrung,... Anal: Beschmutzen mit Kot, später verbalisiert in zotiger Sprache (Schimpfwörter),...

Genital: Kampf der Geschlechter, Unterdrückung des Sexualpartners,... Ödipal: Geschwisterrivalität, Angriff auf den gleichgeschlechtlichen Elternteil,...

Aggression als Exploration Harald Schultz-Hencke erklärt aggressives Verhalten in einem weiteren Zusammenhang mit der menschlichen Kultur. Jedes Kind muss auf dem Weg zur Selbstfindung die Grenzen gegenüber der Umwelt abstecken, seinen Spielraum und seine Möglichkeiten austasten und abtesten. Was für den einzelnen gilt, trifft auch auf die ganze Altersgruppe zu. Jede Generation stellt die Werte der vorangehenden auf die Probe: Halten sie einer Herausforderung stand? Sind unsere Vorstellungen besser? Oft müssen offene Konflikte und Zerstörungen stattfinden, bis sich neue Wertvorstellungen durchsetzen oder die traditionellen als noch brauchbar behaupten: ohne Aggression keine Entwicklung der Kultur.   In der Perspektive der Evolution: Verhaltensoptimierung durch Aggression Konrad Lorenz und Irenäus Eibl-Eibelsfeldt haben die Aggression im Bereich der Tierwelt untersucht – nicht das Beutemachen zwischen den Arten zum Erwerb von Nahrung (interspezifische Aggression), sondern das Angriffsverhalten von Tieren einer Art untereinander (intraspezifische Aggression). Gerade die intraspezifische Aggression tritt auch beim Menschen auf.




Die intraspezifische Aggression hat, wie Konrad Lorenz in seinem Buch „Das sogenannte Böse“ beschreibt, eine Reihe wichtiger biologischer Funktionen.   Raumerschließung: Aggression ist das Mittel zur Revierverteidigung. Sie hält damit die Angehörigen einer Art (Spezies) auf Distanz zueinander und zwingt sie, sich über den gesamten verfügbaren Lebensraum auszubreiten.   Selektion: Aggression führt bei vielen Arten vor der Paarung zu Rivalenkämpfen, wodurch die stärkeren Nachkommen höhere Chancen auf Nachkommenschaft haben. So breiten sich die Eigenschaften der jeweils „Tüchtigsten“ (der sogenannten „bestangepassten Mutanten“) durch natürliche Zuchtwahl in der Folgegeneration aus.   Sicherheit: Aggression stellt durch den Zwang zu Positionskämpfen innerhalb des Rudels eine klare Rangordnung („Hackordnung“) her.

Sie dient der Außensicherung, da im Fall einer Gefahr die jeweils ranghöhere (d.h. stärkeren) Tiere die Verteidigungsaufgaben zu übernehmen haben, während die schwächeren und dafür ungeeigneten sich in deren Schutz zurückziehen können. Den Preis für diesen Schutz zahlen sie am Futtertrog, wo sie warten müssen, bis die Reihe an ihnen ist – aber wenigstens diesen Platz haben sie sicher. (Binnenstabilisierung).   In all diesen Fällen wird die Aggression von der Ethologie als eine biologisch zweckmäßige, im Lauf der Evolution wegen ihrer Überlebensvorteile genetisch einprogrammierte Verhaltensweise aufgefasst, bei der sich im Organismus selbständig ein Energiepotential aufstaut, das auf bestimmte Schlüsselreize (triggers) hin automatisch abfließt (wenn diese ausbleiben, auch auf nichtspezifische Reize hin, zuletzt auch ohne jeden Auslöser: „Schwellenerniedrigung“)   Lediglich die aggressive Endhandlung, das konsumatorische Verhalten, ist genetisch fixiert und angeboren, und der Verbrauch der aufgestauten Energie ist eine „formkonstante Erbkoordinate“ (so etwa das Ineinanderhaken der Geweihe bei kämpfenden Hirschen).

Das Suchen nach einer möglichen Triebbefriedigung hingegen, das Appetenzverhalten, ist durchaus situationsbezogen und variabel, je nach den Umständen zu modifizieren und damit abhängig von Lernprozessen. Es tritt also (im Sinn von Lorenz) eine Instinkt-Dressur-Verschränkung auf, die vorgegebene wie auch gelernte Komponenten enthält.   Wenn die Aggression in der Natur ihre biologische Funktion erfüllen soll, darf sie nicht zur Tötung des Rivalen führen, sondern nur auf seine Einschüchterung oder Unschädlichmachung abzielen. Daher ist jeder Angriffsakt durch warnende Vorsignale (Imponiergehabe, Drohgebärden,...

) eingeleitet und mit Hemmungsmechanismen gekoppelt, die beim Sieger zu wirken beginnen, sobald das Leben des Unterlegenen in Gefahr ist. Dazu gehören Zurschaustellung von Kampfunfähigkeit, Tot stellen, Exponieren der Weichteile oder des Genicks, schließlich Demutsgesten wie Niederknien, Heben der Hände,...   Welche Form der Abhilfe gibt es gegen die alltägliche zwischenmenschliche Aggression? Folgende Maßnahmen sind – vom Standpunkt der Ethologie aus betrachtet – aussichtslos: Fernhalten der spezifischen Auslöser Moralisch begründete Verbote und Appelle.   Ist die aggressive Endhandlung einmal erreicht, soll sie – laut Ethologie – mit biologischer Notwendigkeit ablaufen.

Hierzu würde aber gehören, schädliche Folgen möglichst zu verhindern. In Analogie zu tierischen Verhaltensweisen denken wir an: Ritualisierung: Lernen des Kampfspielcharakters jeder Auseinandersetzung, also des Ablaufs nach festen Regeln, „Spiel-Regeln. Dazu gehört die Tabuisierung bestimmter Waffen (wie Flaschen oder Schlagringe in Stadien). Übung der Befriedigungsgebärden: Der Gescheitere gibt nach, indem er bei einer Gefährdung ein Lächeln oder die ausgestreckte Hand parat hat. Kanalisierung der aufgestauten Energien in harmlose Bahnen. Im Massensport (ob als Spieler auf dem Rasen oder Schreier auf den Rängen), bei körperlicher Betätigung (wie Arbeit im Garten, Radfahren,.

..)   Umweltbezogene, lerntheoretisch begründete Konzepte Diese milieuorientierten Konzepte entstanden schon in den vierziger Jahren in den USA, also etwa zur selben Zeit wie die Verhaltenswissenschaft in Europa. Die sogenannte „Yale-Schule“ verwendete die Modellvorstellungen des Behaviorismus, um die Gewalttätigkeit in den Großstädten zu erklären. Diese konnte nicht angeboren und autonom, sondern nur gelernt und reaktiv sein, als Resultat von Umweltdefekten entstanden sein. Statt der internalen betrachtete man jene externalen Faktoren, die von der Umwelt her eine ungestörte, ausbalancierte Entwicklung des Menschen verhindern: offenbar jene, welche die Befriedigung von Grundbedürfnissen blockierten, Erwartungshaltungen unerfüllt ließen, sogenannte Frustrationen verursachen.

  Frustrations-Aggressions-Hypothese Diese Theorie führt die Aggressivität des Menschen auf Frustration zurück und nennt eine ganze Reihe aggressionsfördernder Milieubedingungen; sie reichen von der „Ärgerquelle“ und „Konfliktzonen“ unseres Alltags bis zu des pathologischen Lebensbedingungen der frühen Kindheit, die der Philosoph Erich Fromm in der „Anatomie der menschlichen Destruktivität“ aufzeigt. Die Defektbereiche unserer Umwelt sind – ohne jede Vollständigkeit angeführt – tatsächlich zahlreich: Fehlformen der frühkindlichen Entwicklung: Heimerziehung ohne Bezugsperson und ohne Körperkontakt, Unterdrückung durch überstrenge, brutale oder autoritäre Eltern. Private Ärger-, Krisen- und Stressfaktoren: in der Familie: Geschwisterrivalitäten, Taschengeldprobleme, ... in der Schule: Zuspätkommen, ungerechte Notengebung,.

.. in der Partnerbeziehung: sich ausgenützt – falsch verstanden fühlen,... im Verkehr: „schon wieder ein Strafmandat“, Umleitung, ein Stau,.

.. Im Beruf: viel Arbeit, Überstunden, ... „Overcrowding“ (unerträgliche Einengung der Terrorismus und Beschränkung des Freiraums): Bei übergroßer sozialer Dichte kommt es zum „Barackenkoller“ und vielleicht auch zum Vandalismus in den großstädtischen Ballungszentren.

Anonymität und Vorprogrammierung: In den einerseits perfekt durchrationalisierten, andererseits unüberschaubaren Großstrukturen der städtischen Lebensformen bleiben offenbar Grundbedürfnisse nach Selbstverantwortung, Wärme und Mitgestaltung unberücksichtigt. Leistungs- und Wettbewerbsdruck: Wer nur in der Leistung seinen eigenen Wert erlebt und die Latte zu hoch legt, „dreht irgendwann durch“.   Theorie des sozialen Lernens: Durch Beobachtung von Modellverhalten lernen Menschen, mit anderen umzugehen, sanft oder brutal. Modellverhalten ist besonders vorbildwirksam, Wenn die Situation emotional aufgeladen ist: „situative Stimulierung“ durch hochrote Köpfe, laute Stimmen, ...

Wenn die Identifikation mit dem Modell leichtfällt: mit dem großen Bruder, dem Filmhelden,... Wenn das aggressive Verhalten von der Umwelt bekräftigt wird: „Bravo, laß dir nichts gefallen“,...

  Strategien zur Aggressionsbewältigung:   Abwehrmechanismen, Verdrängungstaktik Aus dem Weg gehen, nur nirgends anecken, einen großen Bogen machen,... Augen verschließen, Kopf in den Sand stecken, nicht wahrhaben wollen,...

Die Schuld beim anderen suchen (Ich bin o.k, er nicht,...) Konflikte wegerklären (Rationalisierung: mir liegt ohnehin nichts daran). Die Wut an anderen auslassen, Sündenbock,.

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