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  Illegale drogen und sucht

Illegale Drogen und Sucht   1. Drogen und Sucht - ein Definitionsversuch   1.1 Was versteht man unter Drogen? Drogen sind Substanzen, die in die natürlichen Abläufe des Körpers eingreifen und Stimmungen, Gefühle und Wahrnehmungen beeinflussen. Gemeint sind hierbei nicht nur die illegalen Drogen wie Haschisch, LSD, Heroin und Kokain, sondern auch die legalen Drogen wie Nikotin, Alkohol, und Medikamente, deren Mißbrauch insgesamt in Deutschland ein viel größeres Ausmaß hat.   1.2 Was ist eigentlich Sucht? Eine allgemeingültige Definition von Sucht gibt es nicht, Sucht war in der deutschen Sprache ursprünglich das Wort für Krankheit.

Heute versteht man darunter eine krankhafte, zwanghafte Abhängigkeit von Stoffen oder Situationen; das Verlangen nach einer ständig erneuten Einnahme dieser Stoffe oder Wiederherstellen dieser Situation um bestimmte Lustgefühle zu erreichen oder Unlustgefühle zu vermeiden. Dieser Zustand tritt in der Regel nach einer längeren Phase der Gewöhnung ein, wenn regelmäßiger oder dauernder Konsum bzw. regelmäßiges oder dauerhaftes Aufsuchen der Situation zu einer physischen und/oder psychischen Abhängigkeit geführt hat. Von physischer Abhängigkeit spricht man, wenn der Körper den Stoff in seinen Stoffwechsel eingebaut hat und nach dem Absetzen der Droge körperliche Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüche, Fieber, Muskelschmerzen, Erbrechen u.a. auftreten.

Diese und ähnliche Entzugserscheinungen können auch bei nicht-stofflichen Süchten auftreten, da bestimmte Situationen im Körper Stoffwechselveränderungen auslösen können, die mit denen von Drogen vergleichbar sind. Der Begriff der psychischen Abhängigkeit wurde eingeführt, weil bei einigen Drogen [z.B. LSD, Kokain, Haschisch] keine direkte körperliche Abhängigkeit eintritt. Das Verlangen, den Konsum fortzusetzen oder die Situation wieder aufzusuchen, ist dennoch sehr stark und nicht mehr steuerbar. Wenn das Mittel abgesetzt wird bzw.

die Situation nicht mehr aufgesucht wird, treten Unlustgefühle und Depressionen auf. Sucht bedeutet in beiden Fällen Unfreiheit. Der Mensch kann mit dem Suchmittel nicht mehr frei umgehen.   1.3 Wie entsteht Sucht? Sucht hat nie eine einzige Ursache, sondern entsteht aus einem komplexen Ursachengefüge, in einem Prozeß und nicht von heute auf morgen. Wurzeln können in der Persönlichkeit des Betroffenen liegen, wenn er nicht gelernt hat, schwierige Situationen zu bewältigen, wenn er sich nicht dagegen wehren kann, von Gefühlen wie Angst, Wut , Scham, Langeweile, Einsamkeit erdrückt zu werden.

Wurzeln können aber auch im sozialen Umfeld liegen, in Kindheitserfahrungen oder Ereignissen, die bedrohlich und ausweglos erscheinen, wie Trennu8ng von einer geliebten Person, Verlust des Arbeitsplatzes, Geldnot, Schulprobleme, Schwierigkeiten in der Familie. Dabei ist der Süchtige nie allein der Kranke, sondern das soziale System ist gestört und der Süchtige, häufig die Person mit dem geringsten Status und/oder dem geringsten Selbstwertgefühl, ist der Symptomträger dieser Störung. Drogenkonsum ist auch nicht selten eine Art Selbstmedikation bei nicht erkannten bzw. nicht behandelten psychischen Erkrankungen, so ist z.B. Heroin ein ausgezeichnetes Antipsychotikum, Alkohol ein Mittel gegen Angstzustände.

Das Zusammentreffen mehrerer belastender Faktoren kann der Einstieg in den Drogenkonsum sein und das Entstehen von Sucht begünstigen. Dabei entsteht natürlich auch die Verfügbarkeit der Droge eine Rolle. Hat man in einer schwierigen Situation einmal die Erfahrung gemacht, daß durch Drogen im engeren oder weiteren Sinne schlechte Gefühle abgestellt und gute Gefühle hervorgerufen werden, ist die Gefahr groß, immer wieder zu diesem Mittel zu greifen und sich ,,per Knopfdruck" Erleichterung zu verschaffen, bis ein Wohlbefinden ohne diese Hilfe nicht mehr möglich ist. Aber auch Leichtfertigkeit im Umgang mit Suchtstoffen, Selbstüberschätzung [,,...

ich kann schon damit umgehen, ich werde schon nicht abhängig..."] sind oft der Einstieg in eine Suchtkarriere. 1.4 Eine neue Definition des Begriffs ,,Drogen" Oberbegriff: Suchtmittel Suchtmittel Suchtmittel Unterteilung: Illegale Drogen Legale Drogen Konsumdrogen Beispiele: Haschisch Heroin Ecstasy etc.

Koffein Teein Alkohol Nikotin Tabletten etc. TV Handy Joggen Essen Auto etc.   Unkontrollierter Gebrauch = Sucht Kontrollierter Gebrauch = Bewußtsein Dieses dargestellte Modell hat zur Folge, daß man Sucht neu definieren muß: Sucht ist unkontrollierter Gebrauch. Das hat zur Folge, daß kontrollierter, bewußter Gebrauch beim Menschen einen positiven Effekt verursacht. Diese Zweiseitigkeit, insbesondere bezüglich der legalen- und Konsumdrogen, ist den meisten Menschen nicht bewußt. Bei näherer Betrachtung aber weiß auch jeder aus dem Alltag Beispiele, wie TV, Auto oder Essen, die krank machen können, bei richtigem Gebrauch einen durchaus sehr positiven Effekt haben.


Wir brauchen also keine Verbote, sondern Gebote und Regeln. Wir brauchen soziale Gebrauchsanweisungen für den bewußten Umgang mit den vielen tausend Suchmitteln unserer Zeit.     2. Ausgewählte Aspekte zur Geschichte der Droge Die Geschichte der Drogen - Substanzen die die Sinne beeinflussen - geht zurück bis zu den Anfängen der Menschheit. Schon früh entdeckte man natürliche Substanzen die sich auf das Nervensystem auswirken: Alkohol zur Entspannung für ein beladenes Herz. Opiate, die Schmerzen lindern und einschläfernd wirken.

Kokoblätter, die die Sinne betäuben und die Ausdauer steigern. Alkohol nimmt seit langen eine führende Stellung ein. Schon die Bibel sagt in 1. Moses 9 Verse 20,21: Noah fing nun als Landwirt an und ging darin einen Weingarten zu pflanzen. Und er begann von dem Wein zu trinken und wurde berauscht. Opium scheint im alten Mesopotamien bekannt gewesen zu sein und wurde gemäß Überlieferungen im alten Griechenland von vielen Menschen genommen.

Im Laufe der Geschichte haben Meskalin, Tabak, Koka und Soma eine Rolle gespielt. Die medizinische Bedeutung der Drogen wurde bald erkannt, aber ihre Verwendung beschränkte sich nicht nur auf die Medizin. Sie wurden ausgiebig bei religiösen Ritualen verwendet. Man setzte sie zur Bewußtseinserweiterung, zur Gefühlsverstärkung, zur Steigerung des Verständnisses, zur Stimmungsveränderung und zur Erhöhung der Liebesfähigkeit ein. Interessanterweise galten Drogen, die heute verboten sind, nicht immer als schädlich für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. In der zweiten Hälfte des 19.

Jahrhunderts zum Beispiel waren in den Vereinigten Staaten Kokain, Opium und Kokain legal und leicht erhältlich. Sie konnten in jeder Apotheke ohne Rezept erworben werden. Einige Drogen wurden als Bestandteile rezeptfreier Medikamente reichlich verwendet. Coca-Cola erhielt 17 Jahre lang Kokain, bis es 1903 durch Koffein ersetzt wurde. Länder die nun den Drogenhandel ausmerzen wollten, kämpften eins darum, ihn auszuweiten. Die Opiumkriege - zwei Handelskriege, die Mitte des 19.

Jahrhundert geführt wurden, als China den illegalen Opiumhandel in seinem Land unterbinden wollte - führte zur Niederlage Chinas und zur zwangsweisen Legalisierung des Opiumtransports in dieses Land.     3. Illegale Drogen   3.1 Heroin Heroin wird aus der Opiumrohmasse [Schlafmohnkapsel-Saft] durch die chemische Umsetzung des Morphins gewonnen. Neben Morphin enthält die Schlafmohnkapsel weitere Stoffe, die zum Teil eine ähnliche Wirkung haben. Traditionell wurde in den Ländern, in denen Schlafmohn angebaut wird, auch die Rohmasse selbst geraucht.

Heroin ist zur Zeit noch die in der Drogenszene am meisten konsumierte Droge, verliert gegenüber dem Kokain an Boden. Neuerdings ist die Kombination zwischen Heroin und Kokain [unter dem Namen Speedballs oder Cocktail] im Vordringen. 3.1.1 EinnahmeHeroin wird dem Körper meistens durch eine Injektion in die Venen verabreicht [bevorzugt, weil die größte Wirkung] oder geraucht. Es kann auch ,,gesnieft" oder geschluckt werden, dies wird aber nur selten gemacht, weil dadurch nur eine geringe Wirkung erzielt wird.

3.1.2 Wirkung Opiate haben eine schmerzstillende und euphorisirende Wirkung. Die stärkste Euphorie erzeugt Heroin. Sämtliche negative Empfindungen wie Schmerz, Leeregefühle, Sorgen, Unwille und Angst werden schon kurz nach der Einnahme zugedeckt, hinzu kommt ein momentan spürbares Hoch- und Glücksgefühl [,,Flash"]. Die euphorisierende Wirkung, d.

h. das Glücksgefühl, nimmt schon nach relativ kurzer Zeit des Gebrauchs ab. Heroinabhängige stellen den größten Teil der jährlich über 1000 Drogentoten in Deutschland. 3.1.2 Risiken Schon ein kurzzeitiger, regelmäßiger Konsum kann psychische und körperliche Abhängigkeit erzeugen, es treten Entzugserscheinungen auf, wenn kein Stoff zugeführt wird.

Akute gefahren sind Bewußtlosigkeit und dabei Erstickungsgefahr durch Erbrochenes, Atemlähmung mit Todesfolge bei Überdosierung oder giftigen Beimengungen. Besondere Risiken sind Infektionen [Geschwüre, Hepatitis, Aids] durch unsterile Spritzen, Leberschäden, Magen- und Darmstörungen. Inzwischen ist es so, daß ein Großteil [um 80%] der Abhängigen an der Hepatitis ,,C" leidet, einer Leberentzündung die nach einigen Jahren in Leberkrebs übergeht. Weitere Gefahren kommen durch die Beschaffungskriminalität und Prostitution hinzu. 3.Illegale Drogen 3.

2. Kokain [Cocain, Schnee, Koks] Cocain wird aus dem blättern des in Südamerika wachsenden Cocastrauchs gewonnen. Es ist als weißes, manchmal gräuliches Pulver oder in Platten auf dem Markt. Als Medikament wird Kokain - außer bei Augenärzten - kaum noch verwendet 3.2.1 Einnahme Kokain kann ,,gesnieft", geraucht, oder gespritzt werden.

,,Sniefen" ist jedoch die häufigste Anwendung. 3.2.2 Wirkung Kokain wirkt unter anderem auf das zentrale Nervensystem, lokal betäubt es Nervenzellen und macht sie gegen Reize [Schmerzen] unempfindlich. Die Hauptwirkung bei Gebrauch als Droge ist die Freisetzung körperlicher Botenstoffe wie z.B.

Adrenalin oder Dopamin in großen Mengen in Gefäßen und Gehirn. Zunächst wirkt es aktivitätssteigernd und enthemmend. Ein erhöhtes Kontakt- und Redebedürfnis ist sehr deutlich. Nach dem ,,Hoch" erfolgt sehr bald ein ,,Tief" in dem man angespannt, müde und mißmutig ist. Schlafstörungen und schneller Puls bestehen ebenfalls. Typisch ist auch starke Aggressivität nach dem Gebrauch und vor allem im Entzug.

3.2.3 Risiken Kokain hat ein sehr hohes psychisches Abhängigkeitspotential, körperliche Abhängigkeit und Sucht besteht eigentlich nicht. Hohe Dosierungen sowie Langzeitgebrauch können zu Depressionen, Verfolgungswahn und Halluzinationen führen. Bei Überdosierung besteht die Gefahr einer Blutdruckkrise mit Pumpversagen des Herzens. Eine Langzeitschädigung des Herzens, der Lunge und des Blutgefäßsystems ist sehr wahrscheinlich.

Durch das Kokainschnupfen kann die Nasenscheidewand angegriffen und zerstört werden, die ,,Kokser-Nase" ist die Folge. Die Behandlung der Kokainsucht ist sehr schwierig, weil kein Ersatzstoff, wie bei Opiat-sucht [Methadon ersetzt Heroin]. Also kein direktes Medikament zur Verfügung steht.   3.3 Ecstasy [Xstasy, XTC, MDMA] In den achtziger und neunziger Jahren eroberte, ein schon 1914 von der Firma E. Merck zum Patent angemeldeter, jedoch niemals vermarkteter Appetitszügler Diskotheken und Raves [Technoparties]: Ecstasy oder chemisch 304-Methylendioxidmethamphetamin [MDMA].

Schon in den fünfziger Jahren war die U.S. Army auf diesen Stoff aufmerksam geworden und beauftragte die University of Michigan mit seiner Untersuchung, deren Ergebnisse erst 1973 freigegeben wurde. Ende der siebziger Jahre gelangte dieses Wissen in die amerikanische Drogenszene und wurde vor allem unter Jugendlichen recht populär. 3.3.

1 EinnahmeEcstasy wird in Form von kleinen runden Tabletten geschluckt. 3.3.2 WirkungDie Wirkung wird besonders für lange Tanznächte geschätzt. Ecstasy ruft eine besonders enthemmende Redseligkeit, starke Glücksgefühle, Schlaf und Ruhelosigkeit hervor. 3.

3.3 Risiken Es sind heute eine reihe von Todesfällen durch Ecstasy bekannt. Tanz und Droge bewirken vermutlich synergistisch, sich gegenseitig ,,aufschaukelnd, eine drastische Überhitzung des Körpers, wodurch die Betroffenen auf der Tanzfläche, aber auch Stunden später kollabierten. Schwere Gehirnstörungen, Muskeluntergang, Leber- und Nierenschäden werden als Auswirkungen von Ecstasy beschrieben. Neuere Untersuchungen haben ergeben, daß Ecstasy in größerem Umfang im Hirn dauerhafte Veränderungen an den hirneigenen Rezeptoren bewirkt. Die Folge ist, daß die Nervenendigungen wegen der ständigen Überforderung durch die Droge erschöpfen.

Das größte Problem bei Langzeitgebrauch ist aber die irgendwann einsetzende quälende Schlaf- und Ruhelosigkeit die mit handelsüblichen Präparaten kaum bekämpft werden kann. Zudem werden heute vielfach die wildesten Substanzmischungen als Ecstasy verkauft. So wurden schon Pillen mit Koffein, Kokain, Heroin, Testosteron [männliches Sexualhormon!] und sogar Strychnin [Rattengift!] gefunden. 3.4 LSD [Lysergsäurediäthylamid] LSD ist eine stark halluzinogene Droge, die 1938 erstmals in der Schweiz aus Lysergsäure synthetisiert wurde. Der illegale Konsum von LSD hat in letzter Zeit wieder zugenommen.

Erhältlich ist es auf kleinen Filzchen. Es wurden Versuche unternommen, Alkoholismus mit LSD zu behandeln und psychtherapeutische Behandlungen durch diese Droge zu beschleunigen. Bis heute ist jedoch kein medizinischer Nutzen erkennbar. Der Gebrauch von LSD ist in den meisten Ländern verboten. 3.4.

1 Einnahme Die kleinen Filzchen auf denen LSD erhältlich ist werden entweder ausgesaugt oder geschluckt. Daneben gibt es auch die sogenannten Microtrips", es handelt sich dabei um Tabletten die LSD enthalten. Selten findet man auch in Gelantinestückchen gelöstes LSD. 3.4.2 Wirkung Die Droge verursacht traumähnliche Stimmungsänderungen, Denkstörungen und Veränderungen im Raum- und Zeitbefinden.

Sie kann auch Zustände verringerter Selbstkontrolle und extreme Angst hervorrufen. Zu den körperlichen Auswirkungen gehören Schläfrigkeit, Schwindelgefühle, geweitete Pupillen, Taubheit und Prickeln, Schwäche, Zittern und Übelkeit. Nach längerem Gebrauch kann - wie bei Haschisch - ein ,,flash back" auftreten, d.h. eine plötzliche LSD-Psychose, Wochen nach der letzten Einnahme. 3.

4.3 Risiken Wenngleich eine echte körperliche Abhängigkeit nicht aufzutreten scheint, birgt LSD trotzdem verschiedene psychische Gefahren. Die bewußtseinverändernde Wirkung kann den ,,User" zu einem ständigen Konsum drängen. Bei chronischem Mißbrauch können ferner Chromosomenschäden entstehen, die zu erheblichen Schädigungen führen. 3.5 THC Cannabis, Marihuana oder Haschisch basieren alle auf Hanf, eine einjährige krautige Pflanze.

Marihuana ist die getrocknete Pflanze selbst, Haschisch wird durch die Eindickung und Vermischung des Pflanzenharzes gewonnen. Die Hanfpflanze kann in allen gemäßigten und 3. Illegale Drogen tropischen Zonen angebaut werden Der Wirkstoff ist THC. Dieser kann auch chemisch erzeugt werden. 3.5.

1 Einnahme Sowohl Haschisch als auch Marihuana werden zumeist mit Tabak vermischt geraucht, aber auch der Verzehr von mit Haschischöl ,,gewürzten" Süßigkeiten oder Joghurt ist bekannt. 3.5.2 Wirkung THC wirkt insbesondere auf den Serotoninstoffwechsel des Gehirns ein, den es hemmen oder erregen kann. So können entspannende und beruhigende, aber auch ängstlich-gereizte und aggressive Effekte auftreten. Dies ist u.

a. von der Dosis und individuellen Einflüssen abhängig. Im allgemeinen kommt es beim Raucher nach wenigen Minuten zu einer gehobenen Stimmung mit innerer Gelassenheit und grundloser Heiterkeit. Erfüllung, Freude und Zufriedenheit werden verspürt. Dazwischen schieben sich Angst und Schuldgefühle. Später kann ein Umschlag in unlustbetonte Grübeleien eintreten.

Allgemeine Antriebsschwäche und Störungen der Denkabläufe sind während der gesamten Zeit der Wirkung ebenfalls charakteristisch. Obwohl das Denken oft als besonders klar empfunden wir, stimmt es mit der Wirklichkeit nicht überein. Zeitliche und räumliche Wahrnehmungen werden verzerrt. Die Kreativität wird nicht erhöht, obwohl der Drang nach künstlerischer Betätigung steigt. Dafür erhöht sich die Risikobereitschaft. 3.

5.3 Risiken Menschen, die Marihuana oder Haschisch über einen längeren Zeitraum hinweg konsumieren, entwickeln ein Verhalten, das durch Passivität, Motivationslosigeit und ständiges Interesse an der Droge gekennzeichnet ist. Es gibt keine schlüssigen Beweise dafür, das Marihuana oder Haschisch Hirnschäden begünstigt oder auslöst. Nach einer 1996 veröffentlichten Studie besteht der Verdacht dass Cannabis Schizophrenie [Spaltung der Persönlichkeit] auslösen kann.   3.6 Speed, Amphetamine Amphetamine sind Aufputschmittel und vorwiegend synthetische Stoffe.

Illegal werden sie in privaten Labors- meist unter schlechten Bedingungen - aus verschiedenen Grundstoffen hergestellt. Sie sind relativ leicht zu fabrizieren. 3.6.1 EinnahmeAmphetamine werden entweder geschluckt, ,,gesnieft" oder gespritzt. 3.

6.2 Wirkung Sie wirken aufputschend, vermindern die Ermüdbarkeit, steigern vorübergehend die körperliche Leistung durch Wegfall der körpereigenen Schutzmechanismen. Amphetamine hemmen den Appetit und wurden einige Zeit in der Medizin verwendet, wegen den Nebenwirkungen aber schnell wieder aus dem Handel gezogen. 3.6.3 Risiken Die psychische Abhängigkeit kann ein sehr hohes Maß erreichen.

Wenn Amphetamine längere Zeit eingenommen werden, führen sie zu Unrast und Schlaflosigkeit, wobei Wahnvorstellungen auftreten können. Der Bezug zur Realität geht verloren. Wegen der inneren Unruhe werden oft Schlafmittel eingenommen. Bei Langzeitgebrauch kann es zu Lungenhochdruck mit Kreislaufschädigung kommen Besonders hoch ist das Risiko der unkontrollierbaren Rauschdauer- und intensität sowie der Nebenwirkungen, weil Reinheitsgrad und Zusammensetzung bei illegaler Produktion fast nie bekannt sind.     4. Strafrechtliche Aspekte Herstellung, Anbau, Verarbeitung, Handel, unerlaubter Erwerb und Veräußerung und Besitz Betäubungsmitteln stellt ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz da.

Zu den im Gesetz aufgeführten Betäubungsmitteln zählen medizinische Mittel zur Schmerzbekämpfung ebenso wie die Rauschgifte Morphin, Opium, Haschisch, Kokain, Maskalin, Heroin und synthetisch hergestellte Drogen. Eine Erlaubnis zum Verkehr mit Betäubungsmitteln wird ausschließlich für medizinische oder wissenschaftliche Zwecke vom Bundesgesundheitsamt erteilt [z.B. an Ärzte und Apotheker]. Für besonders schwere Verstöße [gewerbsmäßiges oder bandenmäßiges Handeln, Gesundheitsgefährdung mehrerer Menschen, Besitz oder Abgabe größerer Mengen von Drogen] können hohe Strafen verhängt werden. In Hinblick auf drogenabhängige Straftäter hat das Betäubungsmittelgesetz den sonst geltenden Strafzwang durch den Grundsatz ,,Therapie statt Strafe" ersetzt.

    5. Beschreibung der derzeitigen Situation 5.1 Drogenkonsum Seit in den siebziger Jahren zu den legalen Drogen, wie Alkohol, Tabak und Medikamenten die illegalen Drogen, wie Cannabis, Heroin und Kokain kamen hat die Drogenproblematik beängstigende Dimensionen angenommen. Die Zahl der Drogentoten ist 1996 in Deutschland erstmals wieder deutlich gestiegen: In diesem Jahr starben 1712 Menschen an Rauschmitteln wie Heroin. Man schätzt, daß es in Deutschland etwa 300 000 Konsumenten harter Drogen gibt, die Hälfte davon gilt als schwerstsüchtig. Von Arzneimitteln sind bei uns 1,4 Millionen Menschen abhängig, von Alkohol 2,5 Millionen.

Insgesamt sind in Deutschland von Alkohol, Medikamenten oder Drogen über vier Millionen Menschen abhängig. Angesichts der jährlich sichergestellten Drogenmengen kann trotz der rückläufigen Zahl der Erstkonsumenten harter Drogen, insbesondere Heroin, von Entspannung keineswegs die Redesein. Eine Erklärung für die rückläufige Zahlen der Erstkonsumenten liegt darin, daß Heroin neuerdings häufiger geraucht wird und damit der Personenkreis der Erstkonsumenten schwerer zu identifizieren ist. Unterschiede sind auch bei den Konsumentenkreisen zu erkennen: Marihuana und Haschisch werden als Teil der Genußmittelkultur von Hunderttausenden sozial etablierter Menschen konsumiert, die man im Gegensatz zu den Heroinkonsumenten auf der offenen Straßenszene nicht der harten Drogenszene zuordnet. 5.2 Therapie Trotz vieler Bemühungen und Einsatz unterschiedlicher Behandlungsmethoden ist eine befriedigende Behandlung von Abhängigen bis heute nicht erreicht worden.

Die Entgiftung bereitet unter klinischen Überwachung bereitet selten Schwierigkeiten. Für die Patienten besteht trotz starker Entzugserscheinungen keine Gefahr. 5.3 Beschaffungskriminalität Wenn ein Rauschgiftabhängiger im Schnitt 100 bis 150 Mark für den täglichen Drogenkonsum aufbringen muß, so begeht er am Tag ca. vier Straftaten. Eine Aufschlüsselung zeigt, daß Drogenhandel [als Kleindealer] ca.

30%, Ladendiebstähle 30% und Prostitution 10% ausmachen. Man schätzt den Kriminalitätsanteil Drogenabhängiger bei Kfz-Diebstählen auf 45%, bei Gebäude- und Wohnungseinbrüchen auf 37% und bei Raub bzw. räuberischer Erpressung auf 21,7%. 5.4 Drogenbekämpfung Die erschreckend großen Mengen an sichergestellten Drogen zeigen deutlich, daß der Schmuggel blüht. So wird ein nicht geringer Teil über deutsche Flughäfen, insbesondere über den Rhein-Main-Flughafen im Reisegepäck oder über den ,,Körperschmuggel der sog.

,,body-packer" eingeschleust. Große Mengen Kokain werden über die bundesdeutschen Seehäfen illegal ins Land gebracht. Neuerdings gewinnt die ,,Ostroute", also über den Landweg aus den ehemaligen Ostblockstaaten, an Bedeutung. Eine lückenlose Kontrolle durch Zollbeamte ist unmöglich.

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