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  Platon

                      PLATON   und seine Ideenlehre         Spezialgebiet Philosophie       Autorin: Eva Stockinger  Inhalt  I. Einleitung.....

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..3   II. Person...

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...3   Biografie...

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.....3 Werke.

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.....4   III.

Die Ideenlehre......

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...4   Das Höhlengleichnis...

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....4 Interpretation des Höhlengleichnisses..

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..5 Die platonische Idee....

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....6 Die Welt der Idee..

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....7 Demiurgen..

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...7   IV. Die Seelenlehre ..

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.....7   Definition.

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.....7 Die Lehre von der Wiedererinnerung (= Anamnese).

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.....8 Die Unsterblichkeit der Seele.

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....9   V. Die Erkenntnislehre.

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....10   VI. Die Staatslehre.

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.....10   Gerechtigkeit.

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....10 Kritik..

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...11   VII. Wirkung auf Platons Nachwelt..

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11 I. Einleitung  Mit dem griechischen Philosophen Platon zeichnete sich eine Wende in der Philosophie ein: Platon war der erste Philosoph, dessen Werke vollständig erhalten und überliefert wurden. Mit Platon richtete sich das philosophische Denken nicht mehr nur auf die Wirklichkeit, sondern wurde zur Reflexion auf die Erkenntnis der Wirklichkeit. Philosophisch Denken bedeutete für Platon, sich von den Sinneswahrnehmungen und sinnlichen Trieben zu lösen.  II. Person   a) Biografie  Platon, der mit wirklichem Namen Aristokles hieß, kam um 428 vor Christus in Athen zur Welt.

Er stammte aus einer aristokratischen Familie. Ursprünglich wollte auch Platon in die Politik, wie er im „siebenten Brief“ bestätigte: „Als ich noch jung war, ging es mir ebenso wie vielen. Ich war gesonnen, sobald ich zur Selbständigkeit gelangt sein würde, sogleich zur Teilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten mich anzuschicken.“ Jedoch wurde Platon von der Politik und besonders der Demokratie maßlos enttäuscht, da er unter anderem miterleben musste, wie sein geliebter Lehrmeister Sokrates zum Tode verurteilt wurde. Nach diesen Erfahrungen „dürfen wir uns nicht wundern, dass er sein Leben lang ein überzeugter und aufrechter Antidemokrat blieb.“ Platon widmete sich von nun an der Philosophie und der Dichtkunst.

Als er 20 Jahre alt war, traf er Sokrates, der ihn stark beeindruckte und dem er von nun an folgte. Nach Sokrates’ Tod floh Platon ins Exil zu Euklid nach Megara. Weite Reisen führten ihn zu den Mathematikern von Kyrene, zu den Propheten in Ägypten, zu den Pythagoreern in Italien, und zu Dion in Sizilien. „Dion war der Schwager von Dionysios, dem ersten Mann der Stadt Syrakus. Während der Tyrann ein autoritärer und grausamer Mann war, galt der junge Dion als Idealist“. Als Platon mit Dionysios begann, über Philosophie zu diskutieren, wurde er gefangengenommen und als Sklave verkauft.

Ein Freund kaufte ihn frei und schenkte ihm Geld, um ein Stück Land zu kaufen, auf dem Platon eine Schule – die Akademie – errichten ließ. Die Akademie befand sich inmitten einer Parkanlage, und die Schüler und Schülerinnen rund um Platon „führten ein beschauliches Leben mit Spaziergängen und Gesprächen in einer angenehmen Umgebung mit schattigen Wegen und Bächen“ Jedoch wurde Platon noch einmal von Dion nach Sizilien geholt, um den „platonischen Staat“ auf die Probe zu stellen. Platon wurde allerdings des Hochverrats beschuldigt, und musste erneut fliehen. Trotz alledem trat er im hohen Alter noch eine dritte Sizilienreise an, die ihm wieder gefährlich wurde. Platon starb als 81jähriger. Angeblich sah man ihn niemals lachen.

  b) Werke  Zu Platons Frühwerken zählen die „Apologie“ (Verteidigungsrede Sokrates’), der „Eutyphro“ (Wesen der Frömmigkeit), der „Protagoras“ (Tugend) und der „Kriton“ (Plan von Sokrates’ Befreiung). Zu Platons mittlerer Periode gehören der „Gorgias“ (Natur und Rhetorik) sowie der „Meno“ (Wiedererinnerung der Seele). Als Platon schon eher älter war, schrieb er das „Gastmahl (Symposium)“ (Liebe und Schönheit), den „Phaido“ (Unsterblichkeit der Seele), den „Phaidros“ sowie den „Staat (Politeia)“. In Platons letztem Lebensabschnitt entstand der „Parmenides“ und der „Sophist“, sowie der „Theätet“, der „Timäus“ und Platons letztes Werk: die „Gesetze“. Platons Werke sind erhalten, jedoch ist die Frage der Echtheit mancher Dialoge umstritten. Die unter seinem Namen erschienenen 13 Briefe gelten mit einziger Ausnahme des „siebenten Briefes“ als unecht.

  III. Die Ideenlehre   a) Das Höhlengleichnis  Im Inneren einer Höhle sitzen einige gefesselte Männer, die nur „auf die rückwärtige Wand sehen und ihren Blick nie dem Ausgang zuwenden können“. Hinter dem Rücken dieser Männer, befindet sich eine Straße gesäumt von kleinen Mauern, und dahinter gehen andere Männer vorüber, die Gegenstände aller Art tragen, „ein wenig wie die Gaukler, die den Zuschauern die Puppen zeigen“. Die dadurch verursachten Geräusche und Gespräche werden in der Höhle nur verzerrt gehört. Hinter all dem beleuchtet ein großes Feuer die Szene. Die Gefesselten werden also glauben, die Schatten, die sie auf der Höhlenwand sehen, sowie die Geräusche, die sie verzerrt wahrnehmen, seien die einzige bestehende Wirklichkeit.

Wenn nun einer dieser Männer entfesselt wäre und ihn jemand aus der Höhle hinauszerren würde, so würde er immense Schmerzen empfinden, verursacht durch das Licht. Er würde wohl auch verwirrt sein und glauben, die Schatten seien doch „wirklicher“ gewesen als dieser flimmernde Glanz. Dem Entfesselten würden die Augen schmerzen, und erst nach und nach würde er Gegenstände erkennen können – und erst zuletzt die Sonne. Würde dieser Mann jedoch wieder hinuntersteigen in die Höhle, würde die ihm dunkler denn je vorkommen. Wenn er den anderen Männern von außerhalb berichtete, so würden sie ihm mit Sicherheit nicht glauben, sich über ihn lustig machen, und den Menschen, der ihn hinausgezerrt habe, verteufeln und womöglich sogar umbringen.   Abb.

1: Illustriertes Höhlengleichnis   b) Interpretation des Höhlengleichnisses  Ich persönlich sehe viele Parallelen zwischen Platons Höhlengleichnis und seinem tatsächlichen Leben. Das Gleichnis illustriert Wahrheit und Schein. Auf Platons Leben bezogen, erkennen wir: Platon hielt früher seine Welt für „real“. Durch die Begegnung mit Sokrates lernte er die Philosophie kennen und lieben – und mit ihr eine neue Welt. Er entdeckte seine „Ideenwelt“ – im Höhlengleichnis dargestellt durch die eigentliche Welt außerhalb der Höhle. Die Athener Staatsmänner hingegen hatten nicht besonders viel übrig für Platon und seine verrückten Theorien.

Schließlich töteten sie sogar Sokrates.   Mit dem Höhlengleichnis illustriert Platon außerdem, dass Menschen, um die Dinge selbst zu betrachten und wahrzunehmen, Schmerzen erleiden müssten. Sie würden sich dagegen sträuben. Noch schmerzlicher wäre es, würde man sie „aus der Höhle hinausschleppen“ und sie nötigen, „die Sonne selbst“ zu sehen. Die Erkenntnis der Wahrheit wäre also ein schmerzlicher Vorgang, der nur langsam vonstatten gehen könne.  c) Die Platonische Idee  Für Platon bestand alles, das der Sinneswelt angehörte, aus einem vergänglichen Material, aber aus einer zeitlosen Form.

Diese Form nannte er „Idee“. Platon glaubte an eine eigene Wirklichkeit hinter der Sinneswelt – die „Welt der Ideen“, wo die Urbilder zu Hause waren. Zur Erläuterung ein mathematisches Beispiel: 2 x 2 = 4  Dieser Satz hat eine zeitlose Gültigkeit. Der mathematische Zusammenhang existiert unabhängig von jeglicher psychischer beziehungsweise geistiger Existenz. Er setzt auch keine Materie voraus, ist also unabhängig von Geist und Materie. Wirklichkeit Reich der Ideen sicheres Wissen durch Vernunft reine Ideen mathematische Gegenstände Sinneswelt Dinge, die entstehen und vergehen Sinnesdinge Spiegelungen und Schatten  Platon unterschied vier Klassen von Ideen:   Das Gute „an sich“ (die Spitze der Ideenhierarchie, eine Art Gotteskonzept) Die moralischen Werte (das Schöne, das Gerechte, die Liebe.

..) Die mathematischen Konzepte (der Kreis, die Gerade,....

) Die in der Natur vorkommenden Dinge     d) Die Welt der Idee  Im „Phaidon“ schreibt Platon: „Die ganze Sinnenwelt strebt danach zu sein wie die Ideenwelt, vermag es aber nicht, sondern bleibt dahinter zurück“. Die sichtbare Welt ist also ein bloßes (und noch dazu schlechteres )Abbild der Ideenwelt. Die Idee ist ohne jede Ausnahme alles, was mit dem „an sich“ oder der „Wesenheit“ bestimmt werden kann. Die Ideenwelt ist für Platon auch gleichzeitig die Welt der Wahrheit und der Wissenschaft. Die Seele bleibt vom Irrtum befreit und erkennt die Wahrheit, wenn sie ganz auf sich selbst gestellt das Sein zu erkennen trachtet, weil sie sich im Reich der immer mit sich selbst identischen Gegenstände befindet. Dieser Zustand wird dann als „Wissen“ bezeichnet.

Nur in der Ideenwelt können wissenschaftliche Sätze und Gesetze wirklich gelten (weil zum Beispiel ein aufgezeichneter Kreis in der Sinnenwelt immer etwas abweicht vom „idealen Kreis“).  e) Demiurgen   Demiurgen sind in Platons Vorstellung eine Art göttlicher Handwerker, sozusagen ein Zwischenglied zwischen den Ideen und der sinnlichen Welt. Ein Demiurg formt die Materie nach göttlichem Vorbild (er ist also der Schöpfer, aber nicht „Gott“ selbst!).   IV. Die Seelenlehre   a) Definition  Der Körper ist nur ein vorübergehender Aufenthaltsort für die Seele. Bei jedem Tod wechselt sie ihre Wohnung, und sie „steigt oder fallt in der Hierarchie des Lebens“.

  Die Voraussetzung für Platons Seelenlehre ist die Wesensverschiedenheit von Geist und Körper. Platon vergleicht die Seele mit der „vereinten Kraft eines Gespanns geflügelter Rosse und seines Lenkers (...) Von den Rossen ist eines gut und edel und von edler Herkunft, das andere aber ist entgegengesetzter Herkunft und Art. Schwierig und mühsam ist daher (.

..) das Lenken.“ Der Wagenlenker symbolisiert die Vernunft, die Rosse die positiven beziehungsweise negativen Triebe.   Platon nahm an, dass die Seele selbst aus drei Teilen bestehe:   Vernunft (Kopf à Denken) Affekte (Brust à Willen) Triebe (Unterleib à Begierde)   Das Wesen der Seele ist jedoch nur getrennt vom Körper zu erkennen, und der Eindruck von Vielheit ergibt sich folgerichtig erst aus der Verknüpfung von Psyche und Körper. Nur die Vernunft als höchster und von jeder körperlichen Regung unabhängiger Seelenteil ist tatächlich unsterblich.

Zum Zeitpunkt der „Inkarnierung“ der unsterblichen Seele in den Körper entstehen die niederen Seelenteile, deren Existenz und Daseinsberechtigung allein an den Körper gebunden ist. Diese niederen Seelenteile gehen auch mit ihm zugrunde.   b) Die Lehre von der Wiedererinnerung (= Anamnese)  „Die Seele entsteht nicht erst mit der individuellen Person, sondern sie existierte schon vor ihrem Eintritt in den Leib, und zwar im Ideenreich, so dass sie die Ideen in ihrer Reinheit unmittelbar schauen konnte.“   Durch den Eintritt der Seele in den Körper werde das ursprüngliche Wissen verschüttet, könne aber wieder in Erinnerung gerufen werden („anamnesis“). Die Wiedererinnerung konnte zum Beispiel durch Sokrates’ legendäre Fragetechnik verursacht werden. Platon manifestierte diese These durch einen Versuch.

In seinem Dialog „Meno“ bringt er einen „Sklaven, der keine Bildung genossen hat und daher auch nichts von Mathematik weiß, durch geeignete Fragen zur Lösung eines geometrischen Problems.“ c) Die Unsterblichkeit der Seele   Im Dialog „Phaidon“ diskutiert Sokrates kurz vor seinem Tod mit seinen Freunden über die Unsterblichkeit der Seele. Er versucht ihre Präexistenz und ihre Postexistenz zu beweisen.   Die Präexistenz der Seele wird anhand des Phänomens der Anamnese (Wiedererinnerung) erklärt: Der Mensch hat bereits vor aller Erfahrung ein Wissen von den unwandelbaren Begriffen und Gestalten (= Ideen) Im menschlichen Erkenntnisprozess beschäftigt sich die Seele mit dem Unsichtbaren und dem Bleibenden, während der Körper das Sichtbare und das Wandelbare wahrnimmt. Beide sind dem ähnlich, womit sie sich beschäftigen – die Seele ist ähnlich dem Unvergänglichem und Göttlichem, der Körper dem Vergänglichen. Dies ist ein Argument für die Postexistenz der Seele.

Die Loslösung der Seele vom Körper (das Sterben) funktioniert bei den Menschen, die sich im Leben zu sehr auf körperliche Gelüste und Begierden einlassen haben, nur unvollkommen – diese Seelen müssen in den Kreislauf der Wiedergeburt. Es gibt Wesenheiten, die niemals miteinander eine Verbindung eingehen: Der Schnee ist immer mit Kälte verbunden, niemals jedoch mit Feuer oder Wärme. Ebenso ist die Seele immer mit Leben, Beständigkeit und Göttlichkeit (Ewigkeit) verbunden, niemals jedoch mit Tod und Vergehen.  Seele in ihrer Heimat, dem Reich der Ideen   Seele verlässt Körper Vor dem Eintritt der Seele in den Körper geht sie durch den Fluss des Vergessens   Seele im Körper  Laut Platon hat die Seele also schon existiert, ehe sie sich in unserem Körper niederließ. Wenn der Mensch die Formen der Natur erlebt, so Platon, dann taucht nach und nach in der Seele eine vage Erinnerung und Sehnsucht nach der eigentlichen Wohnung der Seele auf. Diese Sehnsucht nennt Platon „Eros“, also Liebe.

Die Seele verspürt eine Liebessehnsucht nach ihrem eigentlichen Ursprung.  V. Die Erkenntnislehre   Unter dem Einfluss von Sokrates war Platon von der Möglichkeit der Erkenntnis überzeugt. Gegenstand der Erkenntnis sei das wahrhaft Wirkliche und nicht das bloße Scheinbild der Wirklichkeit. Nach Platon muss das vollkommene Wirkliche ewig und unveränderlich sein. Er setzte das Wirkliche mit der idealen Welt gleich, die der physischen Welt des Werdens entgegengesetzt ist.

Den Empirismus - die Lehre ,wonach die gesamte Erkenntnis abhängig von der Sinneswahrnehmung ist, - lehnte Platon ab. Nach seiner Ansicht sind die von der Sinneserfahrung abgeleiteten Behauptungen im besten Fall mehr oder weniger wahrscheinlich, aber dass sie wirklich richtig sind, glaubte er nicht. Die Dinge der Sinneserfahrung sind ja für ihn veränderliche Erscheinungen der physischen Welt und können somit nicht genau erkannt werden.   Erkenntnis stützt sich für Platon lediglich auf die Vernunft, denn nur sie gewähre intellektuelle Einblicke, die unveränderlich und unabhängig von Geist und Materie richtig sind.   VI. Staatslehre   a) Gerechtigkeit  Platon wollte „Normen für den sittlichen und den rechtlichen Bereich aufstellen“ Die Frage nach dem Wesen der Gerechtigkeit ist zentrales Thema in „Politeia“.

Platon forderte, dass die „Regierungskunst“ nicht aus Eigeninteresse ausgeübt werden sollte: Die Gesellschaftsordnung ist gerecht, „wenn die Stände – nämlich der Stand der Regierenden, der Stand der Krieger und Sicherheitsorgane (die „Wächter“), der Stand der Arbeiter – im richtigen Verhältnis zueinander stehen“. Die Menschen sollen diese Hierarchieordnung anerkennen und sich der sozialen Ordnung fügen. Ein gerechtes Individuum soll immer eher vernünftig handeln als affektiv.  Platon forderte, dass die Philosophen Könige sein sollten beziehungsweise die Könige philosophieren. Da die Philosophen-Könige in ihren Entscheidungen frei sein sollten, ähnelte der ideale Staat Platons einem totalitären System, weswegen er später scharf kritisiert wurde (unter anderem vom österreichischen Philosophen Karl Popper). Platon wollte bei Herrschern und Wächtern sowohl Familiengründung als auch Privatbesitz verbieten.

Die Kinder sollten gemeinsam vom Staat aufgezogen werden. Der Philosoph definierte auch den Stand der Berufssoldaten, die in Musik und Gymnastik unterrichtet werden sollten. In seinem späteren Werk „Die Gesetze“ schwächt er diese Thesen jedoch wieder ab. Allerdings forderte er, das Privatleben solle noch strenger kontrolliert werden, und auch die Kunst zensiert.   b) Kritik  Aufgrund Platons „Der Staat“ erntete der Philosoph viel Kritik in der Geschichte der abendländischen Philosophie. Insbesondere Karl Popper warf ihm vor, ein Feind der „offenen Gesellschaft“ zu sein.

Er sah Platon als einen Wegbereiter oder Vordenker eines totalitären bzw. autoritären Regimes. In Anbetracht der damaligen Zeitumstände ist jedoch Platons Staatslehre nicht verwunderlich. Die kommunistische Idee, dass Privatbesitz Habgier verursache, besaß sicherlich schon damals seine Richtigkeit. „Platons politische Philosophie beruht auf dem Gedanken, dass im All das Ganze Vorrang gegenüber dem Teil habe“ Die Gemeinschaft und ihre wesentlichen Anliegen haben also Vorrang vor dem Einzelnen und seinen Interessen.   VII.

Wirkung auf Platons Nachwelt   Platons Werk hat die gesamte Geschichte der abendländischen Philosophie nachhaltig beeinflusst. Seine Akademie blieb bis 529 n.Chr. bestehen. Sie wurde auf Veranlassung des byzantinischen Kaisers Justinian geschlossen. Platons Wirkung auf das jüdische Gedankengut zeigt sich in dem Werk des alexandrinischen Philosophen des 1.

Jahrhunderts, Philo Judaeus. Bedeutung erlangte auch der Neuplatonismus, der im 3. Jahrhundert von dem Philosophen Plotin begründet wurde. Die Theologen Klemens von Alexandria, Origenes und der heilige Augustinus waren Verfechter des frühen Christentums, die platonische Anschauungen vertragen. Die platonischen Lehren haben in der Entwicklung des Christentums sowie in der islamischen Gedankenwelt des Mittelalters eine entscheidende Rolle gespielt.   Während der Renaissance (= Wiedergeburt) war im 15.

Jahrhundert bei Florenz gegründete Academia Platonica von erheblichem Einfluss. Unter der geistigen Führung von Marsilio Ficino studierten die Mitglieder der Akademie die Werke Platons im griechischen Original. In England kam es im 17. Jahrhundert durch das Wirken von Ralph Cudworth und anderer Philosophen, die als Cambridge-Platoniker bekannt wurden, zu einem Wiederaufleben des Platonismus. Platons Einfluss auf das 20. Jahrhundert wurde von Denkern wie Alfred North White- head begründet, der behauptete, die Geschichte der Philosophie bestehe lediglich aus „einer Reihe von Fußnoten zu Platon“.

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