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  P l a t o n

P l a t o n    Platon, einer der bedeutensten griechischen Philosophen, lebte von 427 v. Chr. bis 347 v. Chr. Platon war Sohn einer adeligen Familie und Schüler des Sokrates. Er gründete 387 v.

Chr. eine eigene Schule in Athen, die „Akademie“. Seine Werke, die uns alle erhalten sind, sind zumeist in Dialogform abgefaßt und erstrecken sich über einen Zeitraum von ca. 50 Jahren. Eines der bekanntesten ist sein Dialog „Der Staat“. Seiner Vorstellung nach ist dieser platonische Staat eingeteilt in 3 Bevölkerungs-gruppen, die eine Einheit bilden, nämlich: In Herrscher, die von den Philosophen verkörpert werden, in Wächter, von Kriegern verkörpert und das Volk, bestehend aus Handwerkern, Bauern usw.

Jeder Bevölkerungsgruppe wird eine bestimmte Tugend zugeschrieben. In diesem Idealstaat wird alles von oberster Institution geregelt und der Einfluss des Einzelnen wird stark beschränkt. In solch einem totalitären Staat kann es aber keine Gesetzesgleichheit und keine politische Veränderung geben und deshalb wird dieses "Ideal" stark kritisiert. Die Verwirklichung dieser Staatsform gelang Platon nicht.    Platons Lehre  Platons Theorie des Erkennens basiert auf dem Apriorismus der Sinneswahrnehmungen, dass heisst, er geht von bestimmten „Gewusstheiten“ aus, die jedem Menschen angeboren sind. Zu diesen apriorischen „Gewusstheiten“ zählt er unter anderem Identität, Gleichheit, Verschiedenheit, Gegensatz, Einheit, Zahlenbestimmtheit, Gerades und Ungerades.

Zu diesen Unveränderlichkeiten zählt auch jede Wesenheit (z.B. das Schöne an sich, das Gute, die Gesundheit, die Stärke, das Gleiche, das Große oder das Kleine). Diese Dinge, die eingestaltig, ewig, unsterblich, göttlich sind, stellen seine Ideen dar.     Die Idee  Die Idee hat eine doppelte Bedeutung: Sie ist zum einen ein Gedanke (subjektive Idee), zum anderen aber auch der Gegenstand, den wir denken (objektive Idee). Aufgrund ihrer Apriorischen Verankerung im Denken versteht man sie auch als Gegenstände der wahren Erkenntnis.

Die platonische Idee existiert unabhängig von Raum oder Zeit und ist lediglich dem Denken zugänglich ist. Diese Idee stellt im Grunde eine ideale Wirklichkeit dar. Hinter der scheinbaren, sichtbaren Welt existiert eine überirdische Welt der „Ideen“, vollkommene und allgemeine Urbilder der Dinge.   Die Welt der Idee  Den Inhalt der Ideenwelt hat Platon zunächst auf die Ideen des Guten, Schönen, Gerechten und anderen ethisch-ästhetischen Idealen beschränkt, bereits im Phaidon dehnt er diese auch auf logische Zusammenänge, Gegensätze und schliesslich auf die Ideen aller Wesenheiten aus.   Das Höhlengleichnis  Diese Gedanken über Wahrheit und Wirklichkeit hat Platon sehr anschaulich durch sein berühmtes Höhlengleichnis erläutert: Platon vergleicht die Situation der Menschen mit Leuten, die sich seit ihrer Geburt in einer unterirdischen Höhle befinden, wo sie so an einer Bank gefesselt sind, daß sie sich nie umdrehen können und nur die dem Eingang gegenüberliegende Wand sehen können. Hinter ihnen verläuft quer durch die Höhle eine hohe Mauer, hinter der wiederum ein Feuer brennt.

Wenn nun zwischen dem Feuer und der Mauer Dinge vorübergetragen werden, die die Mauer überragen, werden die durch das Feuer entstehenden Schatten an die Höhlenwand geworfen und auch das Echo entstehender Laute dringt von dort an das Ohr der Gefangenen. Da die Gefangenen nie etwas anderes gesehen haben als die Schatten und nie etwas anderes gehört haben als das Echo, werden sie diese Abbilder für die wahre Wirklichkeit halten.     Die Bedeutung des Höhlengleichnisses  Aber trotzdem müssen die Gefangenen aus der Höhle heraus. Die erste Aufgabe des Philosophen ist es, die Menschen aus der Welt des Scheins und der Bilder zu befreien und zum wahren Sein hinzuführen. Dieses wahre Sein ist nicht zu verwechseln mit der wirklichen, raumzeitlichen Welt, die ja auch nur ein Abbild ist, sondern die wahrhaft seiende Welt ist nur die Ideenwelt. Der Grundgedanke des Höhlengleichnisses ist nicht bloß der Gedanke der Existenz verschiedener Schichten des Seins, sondern auch der Gedanke, daß eine Schicht auf der anderen beruht: Das Schattensein ruht auf dem raumzeitlichen Sein der physischrealen Welt, dieses wiederum auf dem idealen Sein.

    Die Bedeutungen der Idee  Für Platon hat die Idee verschiedene Bedeutungen, von denen die logische, nach der die Idee ein allgemeiner Begriff ist, noch von Platons Lehrer Sokrates stammt. Der Begriff ist als einheitliche, geistige, schaubare Gestalt zu sehen, die Allgemeingültigkeit besitzt. Für Platon ist jedoch die zweite Bedeutung der Idee als Wesenheit wichtiger, das Ideale. Drittens ist die Idee aber auch Ursache, da sie als Voraussetzung den Seinsgrund darstellt. Damit ergibt sich eine vierte Bedeutung der Idee, die ihren Charakter als Ziel und Zweck herausstellt: Alles Seiende hat einen Sinn, durch den es immer auf etwas Übergeordnetes bezogen ist. Mit der Idee, sofern sie als Zweck erstrebt wird (Alles Sinnliche will sein wie die Idee [Phaidon]), wird alles Niedere wird vom Höheren her erklärt, keinesfalls umgekehrt.


    Platon heute  Die Philosophie Platons ist die Grundlage für eine Vielzahl der später erarbeiteten Theorien vor allem zur Beschreibung des Erkenntnisprozesses. Das Problem des Apriorismus beschäftigt die Philosophie ebenso wie die Naturwissenschaft noch heute, und das Höhlengleichnis ist dabei ein oft zitiertes Beispiel. Die erkenntnistheoretische Skepsis, die sich in Platons Gleichnis ausdrückt, steht für die jahrhundertelange Geschichte des Erkenntnisfortschrittes. Damit begründete Platon die Erkenntnislehre oder Erkenntnistheorie, die sich einzig und allein damit beschäftigt, herauszufinden, wie es sich mit unserer Erkenntnis und Erfahrung über die Welt im einzelnen verhält. Diese Frage hat bis heute, fast zweieinhalb Jahrtausende nach Platon, noch immer keine endgültige Antwort gefunden. Als Philosoph der Neuzeit stellte Fichte dem objektiven Realismus, der von Platon geschaffen wurde, den subjektiven Realismus entgegen.

Der subjektive Realismus sagt aus, dass die Welt nur das Produkt subjektiver Einbildung sei, es gibt nur eine Vorstellung einer Welt ! Die christliche Metaphysik baut im Grunde auf Platon auf, indem die Welt als Idee Gottes dargestellt wird.  

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